Leider gibt´s hier nichts zum Schmunzeln, sondern nur zum Auffrischen unseres Gedächtnisses . . .

Zum Nachdenken sind diese Grundig-Chronik Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es sich damals zugetragen hatte, als das große Sterben in Deutschland los ging. Und keiner hatte Schuld. Kommt Ihnen das nicht irgendwie bekannt vor ?

Die Grundig Firmen-Chronik ab 1945 bis 2005.

Der Anfang dieser Chronik war ein Heftchen von 1945 bis 1983 und sogar mit der Schreibmaschine quer auf gefaltetes A4 geschrieben. Der unbekannte Chronist hatte sich damals (bis 1984) viel Mühe gemacht. Er hat akribisch die Produkt- Neuheiten der jeweiligen Jahre vorgestellt. Offensichtlich kursieren diverse Abschriften oder Vorlagen davon im Internet. Wir haben diese Infos mit weiteren anderen Informationen und vielen Pressenotitzen ergänzt.
Eine beispiellose Erfolgsgeschichte beginnt Mitte 1945. Eine weitere Chronik (-Seite) entnehmen wir der Biographie von 1983 zum 75.Geburtstag Max Grundig's .



1945 (der Krieg ist zuende)

Max Grundig schafft die Reste seiner elektrotechnischen Werkstatt aus einem kleinen Dorf an der Regnitz, wohin sie während des Krieges verlagert worden war und nach dem Kriegsende von seinen dankbaren Zwangsarbeiterinnen bewacht worden war, nach Fürth. In gemieteten Räumen beginnt er mit der Herstellung von Transformatoren für Rundfunk- empfänger. Die ersten selbstgebauten Geräte sind Röhrenmeß- und Prüfgeräte sowie Meßgeräte für die Reparatur von Rundfunkempfängern.

1946

Die kleine Produktion der Apparatefabrik Fürth/Bay. weitet sich allmählich aus, so daß die Fabrikationsstätten nicht mehr genügen. Es beginnen langwierige Verhandlungen mit der Stadt Fürth, von der die junge Firma ein Grundstück in der Nähe der Stadtgrenze pachten möchte. Es gehört 1946 sehr viel Mut dazu, etwas neues Großes anzufangen. | |

1947

Die ersten Flachbauten entstehen auf einem Gelände, das einmal Kurpark war. Max Grundig, noch keine 40 Jahre, holt sich tüchtige Techniker, Konstrukteure und Kaufleute aus allen Teilen Deutschlands zusammen und baut mit ihnen den Einkreiser "Heinzelmann". Dieser (verkappte) Radio- Baukasten konnte (durfte) ohne Bezugsschein als Spielzeug verkauft werden und macht den Namen Grundig mit einem Schlag bekannt.

1948

Der Nachholbedarf an Rundfunkgeräten ist groß. Grundig errichtet weitere Fertigungsstätten und ein Laborgebäude. Mühsam müssen die notwendigen Baumaterialien aufgetrieben werden. Der "Weltklang" als erster Nachkriegssuper, kommt auf den Markt. Belegschaft: 650 Mitarbeiter. | |

1949

Bereits das 150.000. Radiogerät verläßt das Band, Ein Verwaltungsgebäude und ein dreistöckiger Fertigungsbau werden errichtet. Der erste Kofferempfänger der Nachkriegszeit für Batterie- und Netzbetrieb, der "Grundig-Boy", wird Produziert. Das Gehäuse hierzu kommt schon aus eigener Kunststoffspritzerei. Auch der erste Musikschrank wird in diesem Jahr gebaut.
Juni 1949 - Der Autor dieses Webs wird geboren.

1950

Als erster bringt Grundig in großen Stückzahlen UKW-Empfänger heraus. Eine neue große Montagehalle für Rundfunkgeräte nimmt 1.000 neue Mitarbeiter auf. Das 500.000ste Gerät hat das Werk verlassen. Als Grundig Neuentwicklung erhalten jetzt die Empfänger Drucktasten- Bedienung anstelle der bisher üblichen Drehknöpfe sowie UKW-Weitempfangstechnik.

1951

Grundig kauft am 16. Mai die Lumophon-Werke in Nürnberg und beginnt mit großem Erfolg die Fertigung von Heim-Tonbandgeräten. Dabei handelt es sich zunächst um ein Einbau-Chassis (Repoter 300) für Musikschränke.
Auf dem Fernsehsektor betreibt Grundig einen eigenen Fernseh- Versuchssender zur Entwicklung und Erprobung der ersten Empfänger. Den drahtlosen Fernsehempfang führt Grundig auf einer Gartenschau in Fürth erstmalig für Süddeutschland öffentlich vor. In diesem Jahr baut Grundig einfach mal die ersten 95 Fernseher auf Vorrat (oder auf "Halde").
Der Neumotorisierung in der Nachkriegszeit wird mit dem Grundig Autoradio AS 248 Rechnung getragen. Im ehemaligen Lumophon-Werk in Georgensgmünd läuft die Holzgehäuse-Fertigung an.

1952

Eine neue Werkhalle für den Bau der ersten Fernsehempfänger entsteht. Grundig ist jetzt der größte Rundfunkgeräte-Hersteller Europas. Eine Million Geräte sind verkauft. Auch Meßgeräte sind im Lieferprogramm enthalten. Mit dem "Boy-Junior" wird ein Klein-Reiseempfänger im "Taschenformat" vorgestellt. Der erste Tonbandkoffer unter 1000,— DM kommt auf den Markt. Max Grundig wird mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Werks- wohnungen entstehen, die Grundig Wohnungsbau GmbH wird gegründet.

1953

Der erste deutsche Fernsehempfänger unter der 1000.- Mark Grenze wird gebaut. Rekordauflagenhöhe bei einer Rundfunkgeräte Type: über 100.000 Stück. Ein Spulentonbandgerät mit 15cm-Spulen und Reverse-Betrieb, eine abgewandelte "Eigenentwicklung" des Reporter 500, das TK9, kommt auf den Markt. Auf dem Sektor professionelles Fernsehen ist als Neuentwicklung die erste deutsche Vidicon- Fernsehkamera für Überwachungsaufgaben zu verzeichnen.
Im 1953er Grundig Prospekt werden viele neue Rundfunk-Geräte beschrieben: 810, 1010, 2010/2010 GW, 2012/2012 GW, 3010, 3012, 4010/4010 GW und 5010

1954

Grundig macht den 3-D-Klang durch Einbau von dynamischen Seitenlaut- sprechern in die Tisch- und Schrankgehäuse populär. Zwei Millionen Grundig- Geräte spielen jetzt in aller Welt, und das "Heinzelmann"- Schaltuhren Radio, der Vorläufer der heutigen Sono-Clocks, kommt auf den Markt. 1954 begründet die Stenorette den heutigen Weltruf von Grundig Diktiergeräten. | |

1955 - ein Meilenstein bei den Tonbandgeräten

Auf dem Tonbandgerätesektor wird Grundig zum größten Hersteller der Welt und macht das Tonbandhobby durch den legendären Tonbandkoffer TK5 zum Preis von unter 500,— DM populär. Das TK5 ist die erste richtige Eigenentwicklung von Grundig. Die Tonbandgeräteproduktion erhält einen Neubau, um ihre Kapazität erweitern zu können. Die Gesamtbeschäftigtenzahl beträgt 9.000 Mitarbeiter, die Jahresproduktion über 700.000 Geräte. In diesem Jahr realisiert Grundig auch die erste Fernseh- Miniatur- Kamera der Welt für Rohrinnen- Untersuchungen und Bohrloch- Sonden.

1956

Zum Grundig-Verbund kommt ein weiteres Holzwerk in Augsburg sowie die Rundfunk- gerätefertigung in Dachau. Ein eigener Versandbahnhof wird am Stadtrand von Fürth errichtet. Grundig ist nun auch der größte Musikschrank- Hersteller der Welt. Die Kapazität der Fernsehgeräte- Fertigung muß erhöht werden.
In den Fernsehgeräten sorgt die "Wunderröhre" E88C für Weitempfang. Der erste deutsche Reise-Empfänger mit Transistoren, der Grundig Transistor-Boy, kommt auf den Markt. Beschäftigtenzahl: 12.000 Mitarbeiter. | |

1957

Mit dem Erwerb der Aktienmehrheit der Triumph-Werke in Nürnberg und der Adler-Werke in Frankfurt nimmt Max Grundig maßgeblichen Einfluß auf die Büromaschinen Industrie. Die mechanische Familien- Schreibmaschine "Gabriele" mit dem (Max Grundig Spezial-) Sensationspreis von 298,- Mark tritt ihren Siegeszug an. Auch die elektrische Schreibmaschine "Matura-Electric" ist ein großer Erfolg. In Bayreuth entsteht das größte Tonbandgeräte-Werk der Welt. Gesamtproduktion: bisher 5 Millionen Geräte! In diesem Jahr bringt Grundig den ersten deutschen Fernseh-Portable auf den Markt.

1958

Ein weiteres Werk für die Fertigung von Holzgehäusen kommt hinzu. Der erste Stereo- Konzert- Schrank und das erste Vollstereo- Tonbandgerät gehen vom Fließband. Die Kunststoff- Fertigung bekommt in Nürnberg eine eigene Fabrik. Anläßlich seines 50. Geburtstages werden Max Grundig viele öffentliche Ehrungen zuteil: die goldene Bürgermedaille der Stadt Fürth und das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

1959

Neben dem Tonbandwerk in Bayreuth entsteht ein neues Musikschrank- Werk. Das erste Grundig Tonbandgerät für Batteriebetrieb, "Niki SK", sowie das erste Vierspurtonbandgerät für Mono- und Stereobetrieb kommen auf den Markt. Zur Funkausstellung zeigt Grundig die erste Fernsehkamera in Kompaktbauweise, das Fernauge FA40. Max Grundig wird zum Konsul der Vereinigten Staaten von Mexiko ernannt. 26.000 Beschäftigte, 7 Millionen Geräte!

1960

Fernsehgeräte werden mit drahtloser Ultraschall- Fernbedienung ausgestattet. Der kleinste deutsche Taschenempfänger (Miniboy, 250 g, Mittelwelle, 6 Transistoren, 104 x 65 x 27 mm) kommt auf den Markt.
Weitere Geräteneuheiten: Batterie- Tonbandgerät TK1 mit konstanter Bandgeschwindigkeit (9,5 cm pro Sekunde) sowie die Stereo- Steuergeräte 6098 und 6199 mit separaten Lautsprechern. Die Nachfrage nach Meßgeräten steigt ständig, so daß ein eigenes Elektronikwerk geplant wird. In Nordirland entsteht eine selbständige Tonbandgerätefabrik. Der Bau eines Verwaltungsgebäudes in Fürth wird in Angriff genommen. Die Grundig-Gruppe zählt jetzt 30.000 Mitarbeiter, von denen 8.000 im Fürther Stammwerk arbeiten.

1961

Am Stadtrand von Fürth wird das neue Elektronik-Werk errichtet und die Elektronik-Fertigung zieht nach dorthin um. Die Ausbildungsstätten für Facharbeiter werden vergrößert, um dem Facharbeitermangel zu begegnen. An Neuentwicklungen sind in diesem Jahr insbesondere die erste transistorisierte Fernsehkamera sowie der "Solo-Boy", ein superkleiner Taschenempfänger, für knapp 100,— DM und die Tonbandgeräte der 40er-Serie zu verzeichnen. Die Produktionsziffer ist inzwischen auf 10 Millionen Geräte geklettert. In diesem Jahr bringt Grundig den ersten deutschen Fernseh-Portable auf den Markt.

1962

Mit dem Bau des größten und modernsten Tonbandgerätewerkes am Dutzendteich in Nürnberg wird begonnen. Auf dem HiFi-Sektor wird die "Baustein-Serie" mit den Komponenten HFl und HF2 sowie NFl und NF2 gestartet. Mit diesen Komponenten für den Selbsteinbau ist die individuelle Zusammenstellung der HiFi-Anlage möglich. Das Batterie- /Netztonbandgerät TK6 für Senkrechtbetrieb kommt auf den Markt. Bei Fernsehgeräten wird im UHF-Kanalwähler eine rauscharme Transistorvorstufe eingeführt und auf dem professionellen Gebiet bringt Grundig die erste hochzeilige Fernsehanlage mit 875 Zeilen. Der Weltempfänger "Ocean-Boy" wird angeboten und das Tonbandgerät TK19 bietet erstmals automatische Aufnahme-Aussteuerung.

1963

In Würdigung seiner bedeutenden Verdienste wird Max Grundig das Ehrenbürgerrecht der Stadt Fürth verliehen. Nach dem Richtfest im neuen Tonbandgerätewerk Nürnberg ziehen bereits die ersten Abteilungen nach dort um. Der HiFi-Tuner RT50, damals noch mit Röhren sowie der volltransistorisierte HiFi-Verstärker SV50 kommen auf den Markt und sorgen in der Fachwelt für Aufsehen. Die Elektronikentwicklung bringt u. a. zur Mailänder Maschinen-Messe eine numerische Werkzeugmaschinensteuerung mit ausgezeichnetem Preis/Leistungsverhältnis. Erstmalig wird die breitbandige Fernsehübertragung auf Zweidraht-Telefonleitung vorgeführt. Ein Reiseempfänger mit 20-fach gespreiztem 49 m-Kurzwellen-Band, der Elite-Boy 203L, kommt auf den Markt.

1964

Ein neues Werk zur Fertigung von Musikschränken und Tonmöbel wird für Landau/Isar geplant. Bei Fernsehgeräten werden im Bild-ZF-Verstärker gedruckte Spulen eingesetzt. Der Diktiergerätebereich wird durch Stenoretten mit Einlochbandmagazin bzw. Folien-Tonträger erweitert. Das "Elektronische Notizbuch" EN3 mit 2 x 22 Minuten Aufnahmekapazität wird produziert.

1965

Das Tonfunkwerk in Karlsruhe erweitert die Fernsehgeräteproduktion. In Braga/Portugal wird das zweite Auslandswerk errichtet. Das Tonmöbelwerk in Landau/Isar geht in Betrieb und ein neuer Versandbahnhof am Dutzendteich in Nürnberg wird eröffnet. Geräteneuheiten: die HiFi-Bausteine der Weltspitzenklasse RT40 (Tuner) sowie SV40/SV80 (Vollverstärker) in Transistortechnik, der Weltempfänger "Satellit 205" mit umfassender Kurzwellenausstattung sowie das volltransistorisierte Autoradio AS40 und das Autocassettengerät AC50 ebenso der Cassettenrecorder C100 mit DC-Cassette. Im Bereich professionelle Elektronik entwickelt Grundig die ersten volltransistorisierten Fernsehmonitore in Europa sowie einen Einzoll-Videorecorder für Schwarzweiß-Aufzeichnung

1966

16,5 Millionen Grundig-Geräte in aller Welt sind verkauft. Für die aufkommenden HiFi-Individualisten gibt es das Einbauchassis HF500, eine Kombination aus Empfangsteil und Verstärker zum Selbsteinbau.
Mit dem TK245 geht eine neue Tonbandgeräteserie an den Start.

1967

Max Grundig erhält die Ehrendoktorwürde der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Erlangen-Nürnberg verliehen. Im neu erbauten Fernsehgerätewerk Karlsruhe wird die Produktion aufgenommen, ebenso im Grundig-Werk Miesau in der Pfalz. Markante Geräteneuheiten sind der erste Grundig HiFi-Receiver RTV600, der Cassettenrecorder C200 mit Compact- Cassette sowie das Elektronische Notizbuch EN7 im Zigarettenetui- Format. Der erste farbtüchtige Einzoll-Videorecorder für professionelle Anwendungen wird vorgestellt.

1968

Dr. Max Grundig feiert seinen 60. Geburtstag, zu dem er das "Große Bundesverdienstkreuz mit Stern" verliehen bekommt. Die Büromaschinen- Töchter Triumph und Adler werden an den US-Konzern Litton verkauft. Mit dem Erlös baut Grundig seine Aktivitäten in der Unterhaltungselektronik weiter aus. Als Geräteneuheiten sind der erste HiFi-Verstärker in Europa mit eingebautem Equalizer (SV140), der erste Radiorecorder, C201 FM, mit Compactcassettenteil und UKW-Empfang sowie der Vollstereo-Reiseempfänger "Stereo-Concert-Boy" und der "Satellit" mit Kurzwellenbandspreizung zu verzeichnen. Neu bei der professionellen Elektronik: ein Schmalband- Bildübertragungs- Verfahreren, bei dem ein Fernsehbild per Telefonleitung abrufbar ist und innerhalb einer Minute als fotografische Aufzeichnung zur Verfügung steht.

1969

In Rovereto/Italien wird ein neues Fernsehgerätewerk in Betrieb genommen und in der HiFi-Boxen- Fertigung läuft die 250.000. HiFi-Box vom Band. Der HiFi-Tuner RT100, zusammen mit dem Verstärker SV140, ein heute noch anerkanntes "HiFi-Gespann", wird gebaut. Neu auf dem Markt sind auch der 4-Bereich-Radiorecorder C340 sowie das Batterie-Netz-Tonbandgerät TK2400 FM mit Bandspulen und eingebautem UKW-Teil. Die professionelle Elektronik-Entwicklung meldet ein Verfahren zur drahtlosen Bildübertragung zwischen beweglichen und ortsfesten Teilen von professionellen Fernseh-Bildern an. (? zum Patent an ? der Rest vom Satz fehlt)

1970

Konsul Dr. Max Grundig gründet die Max-Grundig- Familien-Stiftung. In Nürnberg- Langwasser werden ein Farbfernsehgerätewerk und eine Kunst- stoffproduktionsanlage eingeweiht. Im Werk Dunmurry / Nordirland läuft das 1.000.000ste Tonbandgerät vom Band. Das erste Cassettendeck für HiFi-Anlagen (CN222) sowie der Kugel-Lautsprecher Audiorama 7000 runden die HiFi-Palette ab.

1971

Ein Werk in Frankreich, Creutzwald, ist fertiggestellt und beginnt mit der Produktion. Der Fertigungs- anlauf des Zweiweg-HiFi- Studios 2000 stellt den Start eines Bestsellers dar. Das Uhrenradio Sono-Clock gibt es erstmals mit Digital-Uhr.
Auf der Funkausstellung zeigt Grundig seinen ersten Video-Cassettenrecorder nach dem VCR-Standard für Heimanwendungen. Die professionelle Elektronik entwickelt kontaktfrei arbeitende elektronische Videokreuzschienen- schaltfelder anstelle der herkömmlichen Relaistechnik.

1972

Die Grundig-Werke GmbH wird am 1.4.1972 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Ein Meilenstein in der Fernsehgeschichte: Die Super-Color-Geräte erhalten ein volltransistorisiertes Chassis in servicefreundlicher Modulbauweise. Grundig ist offizieller Ausstatter der Olympischen Spiele in München, wobei ca. 9000 Grundig Schwarzweiß- und Farbfernsehgeräte zum Einsatz kamen. Alleine das Organisations- Komitee orderte 8639 Grundig Farbfernseher.

1973

Dr. Max Grundig feiert seinen 65. Geburtstag, sein Unternehmen kann das 25-jährige Jubliäum begehen. 27.000 Mitarbeiter in Europa und Übersee beschäftigt die Grundig-Gruppe, 40 Millionen Geräte haben seit der Firmengründung in aller Welt Abnehmer gefunden. Die Grundig-Stadt in Nürnberg-Langwasser wächst weiter, der Zentralkundendienst und die Verkaufsniederlassung Nürnberg werden dort angesiedelt. Die Grundig Bank eröffnet eine Zweigstelle.
Das erste deutsche Farbfernseh-Portable bringt Grundig auf den Markt. Der Quadrophonie-Welle trägt Grundig mit den Geräten RTV1040 und Studio2040 Rechnung. Mit der Steno-cassette-30, der ersten Diktiercassette auf dem Weltmarkt mit eingebauter Minutenbandanzeige, stellt Grundig das Stenorette-System 2000 vor.- Erstmals gelingt eine Fernseh- Versuchsübertragung auf 46,2 km langer symmetrischer Zweidrahtleitung. Ein Videorecorder mit Einzelbild- Speicherung auf 1" Basis wird gebaut.

1974

Weltweit steigt der Jahresumsatz der Grundig-Gruppe auf 1,75 Mrd. DM. Die Zahl der Mitarbeiter im In-und Ausland erhöht sich auf über 31.000. In Fleurance (Frankreich) entsteht ein weiteres Auslandswerk. Der Radiorecorder C6000, ein Spitzengerät mit Spitzen-Verkaufsziffern. (insgesamt 713.000 Stück!), wird produziert, ebenso eine neue Spulentonbandgeräte- Generation,TK545/745/845. Für die deutsche Lufthansa erstellt Grundig ein modernes Fernseh- Informationssystem zur Übermittlung von 40 Bildsignalen an 140 Funktionsstellen.

1976

Endlich hat auch Grundig den Rolls Royce unter seinen großen Spulen- Bandgeräten, das Grundig TS 1000, nur kam es leider viel zu spät. Und es hatte Macken über Macken und wurde mehrfach geändert. Am Anfang kamen die TS1000 LKW weise wieder zurück. Dann wurden die sensiblen Sensortasten gegen weniger anfällige Tipptasten ausgetauscht und dann ging es etwas besser. Später brachen die Tasten und Regler ab. Nur, ein Erfolg wurde das TS 1000 nie mehr, eher ein Grabnagel für den Anfang vom Ende.
Das Ganze ähnelte frappierend dem SG630/631 von Uher, das auch mit Macht unausgereift auf den Markt geworfen wurde und von Anfang an ein Flop war.

1977

Grundig steigt mit dem Erwerb des Schloßhotels Fuschl in Österreich in das internationale Hotelgeschäft ein. Der Gesamtumsatz der Grundig Gruppe steigt um 6 % auf 2,514 Mrd. DM. Die Belegschaft wächst auf 34.570 Mitarbeiter an. Neu in der Produktpalette sind das Stereo-Cassetten- Autoradio WKC2835 VD mit elektronischem Sendersuchlauf, eine Gerätepalette für den CB-Funk sowie noch ein weiterer Anlauf mit dem HiFi-Spulentonbandgerät TS945. (Anmerkung: Das war übrigens das letzte Spulentonbandgerät (also das 925), das Grundig auf den Markt brachte.)

1978

Das Videorecorder-Werk in Nürnberg-Langwasser nimmt die Produktion auf. Bei Fernsehgeräten wird das Quasi-Parallelton-Verfahren zur Verbesserung der Tonwiedergabe eingeführt. Neu im HiFi-Programm: Aktiv-Lautsprecherboxen mit eingebauten Verstärkern. Der Gesamtumsatz 77/78 beträgt 2,763 Mrd. DM, die Beschäftigtenzahl weltweit 37.500.

1979

Auch in diesem Jahr ist von einer ganzen Reihe von Neuentwicklungen zu berichten. Grundig stellt den neuen Euro-Standard "Video 2000" mit Wendekassette und automatischem Spurnachführungssystem für Heimvideorecorder vor und bringt das erste deutsche Farbfernseh- Projektionsgerät Cinema 9000 auf den Markt. Auf dem HiFi-Sektor wartet Grundig mit völlig neu konzipierten Geräten in der 100-mm-Serie und in der Mini-Serie auf. Hinzu kommen die drahtlos fernsteuerbaren Dreiweg-Kompaktanlagen XPC6500 und RPC650. Eine neue erfolgreiche Reiseempfänger-Serie wird mit den "Yacht-Boys" vorgestellt.

1980

Das neue Grundig HiFi-Programm wird weiter ausgebaut: Viel Beachtung findet der HiFi-Tuner ST6000 mit alphanumerischer Sendernamenanzeige im Slim-Line-Format. Dazu gehört der Vorverstärker SXV6000. Ebenfalls Aufsehen erregt der HiFi-Aktiv- Flächenstrahler "Monolith" mit 22 Lautsprechersystemen. HiFi auch im Auto: Stereo-Cassetten-Autoradio WKC2840 HiFi nach DIN 45500. Der Geschäftsbereich Bürogeräte rundet sein Angebot durch den Telefonwählautomaten G.A.T. 48 ab.

1981

Die Grundig Akademie in Nürnberg-Langwasser wird eingeweiht. Dr. Max Grundig hat sie anläßlich seines 70. Geburtstages zur Förderung des Nachwuchses in Technik und Wirtschaft ins Leben gerufen. Der Videorecorder Video 2x4 super mit Echtzeitanzeige für Bandposition und Bandreserve sowie der erste stereotontüchtige Videorecorder kommen auf den Markt. Das HiFi-Programm wird durch die "Compact-Serie" sowie Cassettendecks mit Schubladenlaufwerk erweitert. Auch das sprechende Uhrenradio "sono-clock 810" wird vorgestellt. Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 1980/81 beläuft sich auf 2,768 Mrd. DM, die Beschäftigtenzahl beträgt nur noch 30.800 Mitarbeiter. Die Grundig AG schreibt erstmalig Verluste.

1982

Anläßlich der "hifivideo '82" wird Dr. Max Grundig mit dem Eduard-Rhein-Ring für besondere Verdienste bei der Entwicklung von Fernsehgeräten ausgezeichnet. Auf dieser Ausstellung zeigt Grundig eine Reihe interessanter Neuheiten: ein neues HiFi-Empfangsteil der Spitzenklasse wird mit dem Tuner ST6500 angeboten. Die Mini-Serie wird durch die Midi-Serie abgelöst, Tangential- Plattenspieler werden vorgestellt. Die Autoradio-Palette erhält ein neues Spitzenmodell mit dem WKC3867 VD, zu dem ein 4 x 20 Watt-Booster gehört. Als praktischer Ideenspeicher präsentiert sich das Elektronische Notizbuch EN2. Der Geschäftsbereich professionelle Electronic stellt eine Stereo-Farbfernsehanlage nach dem Polarisations-Verfahren vor. Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 1981/82 lauten: Umsatz gesamt 2,863 Mrd. DM, 31.500 Beschäftigte.

1983

Dr. Max Grundig feiert am 7. Mai seinen 75. Geburtstag. Interessante Neuheiten, die im ersten Halbjahr auf den Markt kommen, sind die Weltempfänger Satellit300 und Satellit600 mit direkter Frequenzeingabe und Synthesizer-Abstimmkonzept. Auf der Hannover Messe werden im Bereich professionelle Electronic und Bürogeräte eine Reihe von Neuheiten vorgestellt. Dazu gehören u. a. das Bildschirmtext-Editiersystem BT2000, der Farbfernseh-Großbildprojektor Cinema 9080 mit 1,28 Quadratmeter Bildfläche, neue Fernsehkameras für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche sowie interessante Meßanlagen und -Geräte. Der Geschäftsbereich Bürotechnik stellt den Telefonanrufbeantworter Teleboy 3000 mit Sprachaufzeichnung und telefonischer Fernabfrage sowie den Teleboy 1000 für private Anwendungen vor. Max Grundig bekommt seine Biographie (Bild rechts).



Ende der Texte des unbekannten Chronisten

Der Autor kommentiert zu dieser Chronik:
Einiges habe ich schon ergänzt. Sie erkennen hier dennoch ganz deutlich die Handschrift eines (unbekannten) Grundig Fans, der vielleicht sogar dort mal gearbeitet hatte.
Zu seinem 75. Geburtstag hatte sich Max Grundig ein Buch erstellen lassen, eine Auftragbiographie in feinem Leinen. Mehr darüber und über andere Bücher steht hier.

Die nächsten Events und Informationen

stammen zum Teil aus Presseberichten der Wirtschaftsnachrichen wie auch aus der offiziellen Grundig Historie, als sie noch öffentlich war.
Weitere Details aber in ungeordneter Reihenfolge finden Sie in der Max Grundg Story.



1983 - Herbst

Der mit 9 Monaten arg verspätete Geschäftsbericht 82/83 der Grundig AG weist einen Konzernumsatz von über 3 Milliarden Mark aus. Vermutlich waren diese Zahlen schon leicht geschönt. Es fiel aber der Presse auf, daß der holländische Philips Chef Cor van der Klugt bereits seine Bereitschaft erklärte, die Führung bei Grundig übernehmen zu wollen.

1983 - Dezember - Max Grundig (75) gibt bekannt:

Er wolle sich aus seinem Unternehmen zurückziehen und der holländischen Philips die Geschäftsleitung übergeben. Philips würde seine Beteiligung von 7,1% auf 31,6% aufstocken. Vorstandsvorsitzender würde damit Hermanus Koning, der Chef der Deutschen Philips. Am Ende würden Philips 22,9% und ein Bankenkonsortium 27,5 des Kapitals der Grundig AG halten.

1984 - 1.April

Der Patriarch und Firmenchef Max Grundig verläßt im Alter von 76 Jahren sein Unternehmen, das er damit (im Prinzip) an den Kooperationspartner Philips verkauft hatte. Vereinbart wurde offensichtlich, daß Philips an die Grundig Stiftung für deren restliches Aktienpaket 20 Jahre lang eine garantierte Dividende zahlen werde und danach dieses Aktienpaket von der Grundig Stiftung für einen bereits jetzt festgelegten Preis abkaufen müsse. Im Prinzip wurde ein trickreicher Ratenkauf aus steuerlichen Gesichtspunkten vereinbart.
Der Philips Mann Hermanus Koning (als kompetenter Sanierer bekannt) ist jetzt neuer Chef von Grundig und soll das schlingernde Schiff auf Kurs bringen.

1984

Die Grundig AG wird im Video-Bereich vom Markt und der japanischen Übermacht zum Mehrsystem- Anbieter gezungen: neben Video 2000-Recordern werden auch Geräte nach dem VHS-System mit richtungsweisendem Bedienungskomfort produziert. Grenzenloses Fernsehvergnügen bieten die neuen Multi-System-Fernsehempfänger für verschiedene TV-Normen.
Zur "hifivideo" 84 wird u.a. ein Autoradio mit zwei Empfangsteilen vorgestellt, das Verkehrsfunk- Durch- sagen jederzeit Vorrang verschafft. Für programmsynchrone Videoaufzeichnungen bringt Grundig einen Adapter, der die Kennsignale des geplanten Video-Programm-Systems (VPS) nutzbar macht. Dem neuen Kommunikationsmittel Bildschirmtext (Btx) trägt Grundig mit einer umfangreichen Geräte- und Zubehör-Palette für private und kommerzielle Anwender Rechnung.

1984

Max Grundig überträgt auch die Dr. Max Grundig Akademie mit jährlichen Kosten von ca. 2 Millionen Mark von der Grundig Stiftung auf den Grundig Konzern und damit auf Philips. Von nun an muß Philips die Kosten tragen.

1985

Ein Videorecorder in (PAL, Secam und NTSC) Multi-System-Ausstattung ergänzt das Programm. Die Grundig AG führt die CTI-Schaltung für optimale Farbcontourschärfe in Fernsehgeräten ein. Eine neue Videorecorder-Generation (darunter der erste VHS-HiFi-Recorder aus deutscher Produktion) mit dem ATTS-System (Auto-Tape-Time-Select) zur automatischen Cassetten- und Spielzeiterkennung wird vorgestellt. Zur Funkausstellung zeigt Grundig erstmals einen Satellite-TV-Receiver zum Direktempfang der Fernmeldesatelliten. Eine Kooperation zur Produktion von TV-Geräten wird mit Blaupunkt vereinbart.

1986

Neu bei der Grundig AG sind die TV-Recorder, eine Kombination ohne Kabelgewirr und doch getrennt verwendbar. Mit dem VS 400 VPS kommt der erste Videorecorder aus der "Tommy-Linie", einer neuen Fließfertigung im Grundig Werk 21, auf den Markt. Investitionen von insgesamt 80 Mio. DM erfordert dieser Umbau der Videorecorder-Fertigung. Neu bei Weltempfängern: die Modelle Satellit 400 und Satellit 650 mit microprozessorgesteuertem Bedienkomfort. Das sprechende Uhrenradio Sonoclock 710 SP sagt seinem Benutzer wieviel die Stunde geschlagen hat.
Kurz vor Weihnachten stellt die Grundig AG drei Weltneuheiten aus dem Fernsehbereich vor: Zwei "Jumbo"-Großbildgeräte mit 95 und 82 cm Bilddiagonale sowie das weltweit erste Farbfernsehgerät mit 100 Hz-Technik ohne Großflächenflimmern aus Serienproduktion. Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 1985/86 lauten: 2,925 Mrd. DM Umsatz, 19.213 Beschäftigte.

1986/87

Unter der harten Knute des (Philips-) Sanierers Konings wird jetzt dramatisch alles gekappt, das Verluste bescherte und die Grundig AG weist erstmals seit Jahren wieder einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag als Gewinn aus. Anmerkung: Sicherlich war das immer noch kein operativer Gewinn, sondern er war durch Firmenverkäufe buchmäßig erwirtschaftet.

1987

Der Chef der Grundig AG Koning hatte ein Wunder geschafft und den schlingernden Konzern einigermaßen saniert. Doch Koning geht jetzt in den Ruhestand. Die neue exklusive Edel-Hifi Palette "Fine Arts by Grundig" wird zum absoluten Verkaufsschlager. Die Beschäftigtenzahl liegt bei über 19.000 und der Umsatz bei 3,4 Millarden Mark. Es geht wieder aufwärts.

1987

Mit dem neuen, extravaganten HiFi-Programm setzt die Grundig AG Maßstäbe für exklusive HiFi-Geräte. Von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 1986/87 kann zum Bilanzstichtag (31.3.) berichtet werden: Der Jahresüberschuß beträgt - nach verlustreichen Jahren - 110 Mio DM. Der Gruppenumsatz erhöht sich im Berichtsjahr um 6,5 % auf 3,114 Mrd. DM und überschreitet erstmals seit 1982/83 wieder die 3 Mrd.- DM-Umsatzgrenze. Die Grundig AG präsentiert einen Videorecorder mit einfachster Bedienung, den VS 540 mit Textprogramming und Benutzerführung.
Das Werk in Bayreuth besteht seit nunmehr 30 Jahren. Als Tonbandgeräte-Werk wurde es im Jahr 1957 gegründet, bald danach lief parallel hierzu auch die Musikschrank-Fertigung bis 1965. Die Produktion von Reise-Diktiergeräten begann 1962. 1978/79 erfolgte die Überleitung von der Tonband- und Cassettengeräte-Fertigung in ein Spezialwerk für Bürogeräte. Insgesamt wurden in Bayreuth seit der Gründung 15 Millionen Geräteeinheiten hergestellt.
Der Vorstandsvorsitzende Hermanus Koning geht in den Ruhestand und übergibt das Ruder an Johan van Tilburg.

1988

Der Markt bricht ein. Die Grundig AG übernimmt dennoch ein Werk der Firma Ruf in Malaysia. Hier werden mit ca. 700 Mitarbeitern vor allem Audio-Geräte produziert. Anmerkung aus heutiger Perspektive: Es wurde überwiegend Schrott produziert. Die Marke Grundig verliert weiter an Zugkraft durch billige Produkte.
Auf der CeBIT präsentiert der Geschäftsbereich Bürotechnik das PC-Diktat 2000. Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 1987/88 äußert sich Vorstands- vorsitzender Johan van Tilburg: Umsatzsteigerung um 3,4 % auf 3,219 Mrd. DM, Jahresüberschuß plus 5,4 % auf 115,4 Mio DM, 18.171 Beschäftigte.
Eine Neuheit im TV-Angebot: der Edel- Farbfernseher Monolith 70-100 HDQ, ein 100 Hz-Fernsehgerät der zweiten Generation. Auf der High End '88 erregt der Röhren-Vorverstärker der Fine Arts-Serie Aufsehen. Am europäischen Forschungsprojekt "Eureka 95" zur Entwicklung eines kompatiblen HDTV-Standards ist die Grundig AG mit einem 12 MHz-Videorecorder auf VHS-Basis sowie einem 100 Hz-HDTV-Konverter beteiligt. Neben Matsushita bezieht ab Oktober 1988 auch Hitachi Videoköpfe von Grundig. Die Tochterfirma "Grundig Electronic" bringt die erste hochauflösende CCD-Kamera mit 440.000 Pixel und den ersten Farbgenerator mit S-VHS-Ausgang auf den Markt. Der Geschäftsbereich Bürotechnik wartet zur "Orgatechnik" mit einem elektronischen Ablagesystem, dem GBA 2000, auf. Die Grundig Akademie, von Max Grundig am 2. Mai 1978 als gemeinnützige Stiftung gegründet, wird 10 Jahre alt.

1988 25.Juni - ein Höhepunkt

Max Grundig´s letzter Höhepunkt in seinem Leben nach dem Ausscheiden aus seiner Firma. Er eröffnet in einer glanzvollen Feier das von ihm mit enormen 150 Millionen Mark restaurierte Luxushotel "Bühler Höhe" in Baden Baden.

1989

Der neue Gundig "Satellit 500" bekommt eine besondere Spezialität, eine ab Werk programmierte Speichertabelle für 40 Stationen mit 156 Alternativ-Frequenzen. Mit dem VS 680 VPT stellt Grundig den ersten VHS-Recorder "Made in Germany" vor. An die "Aktiv-Zeit" bei HiFi-Lautsprechern knüpft Grundig mit der "Fine Arts Five" an. Diese Box liefert mit vier eingebauten Verstärkern 120 Watt Nennleistung. Grundig electronic zeigt auf der Hannover Messe das digitale Speicheroszilloskop SO 40. Außerdem wird ein neues Geschäftsfeld vorgestellt: die Umweltschutz-Meßtechnik. Die Barthelmeß GmbH & Co erwirbt von Grundig Teile des Gehäusewerkes in Georgensgmünd/Mfr. Neben der U-Bahn Wien, bei der erstmals auch Farbfernsehtechnik zum Einsatz kommt, wird auch die Magnetschwebebahn Transrapid mit Betriebsfernsehanlagen von Grundig electronic ausgestattet.
Für das Geschäftsjahr 1988/89 kann Grundig AG Vorstandsvorsitzender Johan van Tilburg erfreuliche Zahlen nennen: Umsatzanstieg um 6,5 % auf 3,43 Mrd. DM, Umsatzrendite erstmals über 4 %, 140 Mio DM Jahresüberschuß und 18.816 Beschäftigte.
Produkt-Highlights zur Internationalen Funkausstellung: Mittlerweile fünf IDTV-Farbfernsehgeräte in 100 Hz-Technik, darunter auch das erste Projektionsgerät mit 117 cm Bildschirmdiagonale. Mit einem exklusiven Farb-TV-Gerät, Design by F.A. Porsche, setzt die Grundig AG neue Akzente. Weiterhin gibt es jetzt neben VHS und S-VHS-Camera-Recordern auch Modelle im 8 mm- und Hi 8-System an. Für die digitale Hörfunk-Zukunft ist der Satellite-Tuner ST-9000 der Fine Arts-Baureihe. Ganz im Zeichen des 60jährigen Kurzwellen-Jubiläums steht ein zweites Jubiläum: 25 Jahre Grundig "Satellit". Der Grundig Technologie-Bereich, der für die Grundig-Gruppe Produktionseinrichtungen projektiert, plant und baut, bietet seine Leistungen jetzt auch auf dem freien Markt an. Mit Empfangsgeräten für den neuen Funkrufdienst "Cityruf" der Deutschen Bundespost ist Grundig electronic von Anfang an dabei.

1989 - 8.Dez - Die Legende Max Grundig ist tot.

Die Legende Max Grundig hat mit 81 Jahren den Kampf gegen das Alter und gegen seine schwere Krankheit verloren. Er stirbt in der Nacht zum 8.12.1989 offiziell an diversen Embolien. Nach Aussagen mehrerer Ärzte im Umfeld des Autors deuten die spärlichen Informationen über Max Grundig´s Krankheit auf andere Ursachen hin und so wollte man vermutlich das Wort Krebs oder Knochenkrebs um jeden Preis vermeiden. |
|

1990

Ein neuer Stereo-TV hat einen eingebautem Satellite-TV-Receiver. Im April beginnt die Kooperation zwischen Grundig und Blaupunkt im Bereich Autoradio. Beide Unternehmen produzieren am Standort Braga/Portugal Komponenten sow