Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .
. . . sind diese RDE Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.
SABA SH600 - (oder auch MS2-38) Das Streben nach höchster Vollkommenheit . . .
Es gab hier im Wirtschafts-Wunderland Deutschland eine sehr große Vielfalt an Heimtonbandgeräten, auch dann an semiprofessionellen Bandmaschinen, noch lange bevor die Japaner kamen. Da gab es neben Grundig, Braun und Revox auch noch Uher, Telefunken, später ASC und viele andere kleine Hersteller.
Und Saba baute für unsere (bundes-) deutsche Marine ein schlinger- und schaukelfestes Bandlaufwerk und natürlich vom Feinsten. Denn der Feind war ja so nah. Dieses SH600 Laufwerk war also anfänglich gar nicht für den Audiophilen Gourmet gedacht, es sollte einfach nur in unseren Ubooten verlässlich Töne (also feindliche Schraubengeräusche) aufzeichnen, natürlich nur für Schulungszwecke - und das bei jedem Seegang. Das war also der Hintergrund für diese edle Mechanik. Warum solch ein Gerät dann im trockenen ruhigen Schwarzwald konstruiert wurde, bleibt immer ein Geheimnis der Lobbies und der politschen Seilschaften.
Das edle SH-600 wurde als einzelner Prototyp sogar mal mit 18er Spulen ausprobiert. Letztendlich wurde es in der Heimversion mit einem 4Kanal Mischpult veredelt ähnlich dem Telefunken M28, das dann der BraunTG1000 und der Revox A77 den Rang ablaufen sollte, es aber doch nie geschafft hatte, denn die A77 Klasse wurde weltweit über 470.000 mal verkauft und zwar für weit unter 1800.- und eben nicht für 2.380.-.
Das magere Innenleben . . .
Das SABA SH 600 sollte also "alles Dagewesene" übertreffen (toppen), jeder wollte den Rolls Royce unter den Hifi Gurus haben (um den Rest der Palette mit diesem Flaggschiff zu verkaufen). In der Mitte sehen Sie den Capstan Antrieb, außen (leider etwas verdeckt) die großen Umlenkrollen als Bandstabilisatoren (weiter unten auf dem Bild), jedoch auf eine professionelle Bandzugregelung wurde verzichtet, warum auch immer.
Wie auf der einführenden Saba Seite beschrieben, wurde das Chassis des SH-600 ja für die deutsche Marine entwickelt und auch mehrere hundert Chassis vermutlich in nato-oliv oder marine-blauen Stahlkästen ausgeliefert.
Einen 22er (Saba oder Braun) oder 26er (Revox und der Rest der Welt) Band-Wickel freitragend aufzuwickeln mit einer ganz enormen Wickelgeschwindigkeit, das war schon eine Kunst und eine technische Meisterleistung. Immerhin ging es um über 1000 Meter Band. Die teureren Profi- Bänder bekamen dafür dann eine rauhe Rückseitenbeschichtung.
Das Saba SH600 hat nur Kombiköpfe !!
Doch Achtung an alle audiophilen Gourmets, das Saba SH600 hat nur Kombiköpfe, ist also gar keine edle 3 Kopfmaschine. Und es rauscht wie "Leo" durch eine schon damals veraltete Germanium Transistorisierung. Das stand natürlich in keinem Prosekt drinnen. Die akustische technische Qualität lag durchaus im Argen, also nicht auf der Höhe der Zeit. In Lindenfels stehen zwei sehr gut erhaltene wenig gelaufene Schaustücke. Im Wiesbadener Fernseh-Fundus haben sie auch solch ein Prachtexemplar jedoch leicht herunter gekommen. Wir werden uns diese Teile doch nochmal zur Brust nehmen und einen High-End Test "fahren".
Es ist leider nur ein optisches Schmuckstück, mehr nicht.
Hier sieht man ganz deutlich, wie das Band an den Tonköpfen vorbei geführt wird und von kleinen Hebelchen beim Um-Spulen von den Köpfen weg gedrückt und beim Wiedergeben angedrückt wird.
Das Detailfoto zeigt, daß das Ton-Band voll an den Köpfen anliegt und daran vorbei schleift. Die anderen schichtseitigen Lenkrollen waren teilweise schon drehbar gelagert, nur die Höhenführungen nicht und die schliffen sich ab insbesondere bei Studio-Band. Durch die feststehenden Bolzen (auf der Band-Trägerseite) wird es in der Höhe statisch fixiert. Für damalige Verhältnisse mit nur 4 Spuren war das so noch machbar, also präzise genug.
Weitere Bilder kommen.
Im Studiobereich ein Flop wegen der 22cm Spulen.
Natürlich versuchte auch Saba, mit dem SH600, also mit dem MS2-38 in den Studiobereich ala Studer und Telefunken vorzudringen. Doch mit den 22 Stulen war das trotz der Wickelteller ein Humbug und mit den vielen feststehenden Bolzen anstelle von Umlenkrollen für erfahrene Studioleute ein Unding. Rückwärtsbetrieb war dort sowieso nicht gefragt und 2Kopftechnik war im Studiobetrieb seit jeher out, also vergebene Liebesmüh.
Und so bleibt es dabei, es ist für einen Hifi Gourmet der alten Schule (wie der Autor) ein wirklich schönes Gerät.
Es hat auch nach 40 Jahren noch den besonderen "Touch" einer edlen Bandmaschine.









