DLT-LTO News
Magnetband News
Magnetbandtechn.
Einleitung
Das Magnetband
Band-Kassetten
Historie 1 Galerie/Museum
Historie 2 die Semi-Profis
Historie 3 die Voll-Profis
Historie 4 Video Technik
Historie 5 Data Technik
Historie 6 > Die Große <<
Vor 1900
Die Magnetband Story
Das Drahtgerät
Die Herausforderung 1
Stereo Aufnahme 1944
Tape History US Sicht
Die US-Story
Die USA 1957
Das UK Buch
Oberlin Chronology
Patent Hick Hack
History - Links
Die Anfänge
Wahrheit oder Legende
Deutsches Ende
Das Resume
Zeitzeugen
Ausstellungsfundus
Japans Erfahrung
Technik Artikel
Links zur Technik
Literatur Tips
Literatur Nachweise
Stilblüten aus ebay
Ihr Kommentar
Fremde Kommentare
Imprint
Der Autor
Die Quellen
Detail Übersicht
DLT-Erkenntnis
DLT Grundlagen
SCSI Grundlagen
S-DLT Einführung
LTO Einführung
Die Software
DLT-Libraries
DLT-Preise
DLT-Angebote
DLTs-Mieten
DLT-Service
DLT-Hilfe
Erfahrung
Anfrage
Kommentar allg.
Wir suchen
über useddlt.com
Inhaltsverzeichnis
Suchen
International
onclick enlarge test


Suchfunktion in Vorbereitung
Homepage   /  Magnetbandtechn.  /  Historie 6 > Die Große <<  /  Die Magnetband Story
Also, wie war das wirklich mit der Entwicklung des Tonbandes und des Tonbandgerätes?


Wann ging es los, wer waren die Beteiligten? Wieviel und welche Rolle haben der Zufall und das Schicksal dabei gespielt?

 

Das ist eine lange Story, zum Glück ist sie jetzt vorbei. Die Magnetband Technologie ist (fast) ausgereizt. Hier mixen wir die Legenden mit den Aussagen und Inhalten von diversen Büchern und Artikeln und Sonstigem aus allen Enden und Ecken des Internet zusammen.

<h3>Ob das alles wirklich "wahr" ist, lassen wir dabei offen. - Urteilen Sie selbst. </h3>


Vor 1900 - Wie kann man die Sprache festhalten?


Das beschäftigte schon viele Gelehrte vor 1900. Es gab da die Entdeckung der "Magnetisierbarkeit" eines bewegten dünnen Stahldrahtes kruz vor 1900. Die Idee dazu war schon früher da.

 

Als Oberlin Smith damals Anfang 1878 den Forscher Thomas Alva Edinson mit dem Cylinder Phonographen in seinem Labor in Menlo Park NJ besuchte, bewegte ihn danach nur noch ein Gedanke, nämlich, wie er diesen Phonographen mit einer anderen Methode verbessern könnte. Er wollte einen magnetischen Draht auf einer Spule benutzen anstelle Edisons Methode mit der Nadel auf dem Wachszylinder. Er hatte zwar am 23.Sept. 1878 alles präzise aufgeschrieben und auch einen Artikel in der "Electrical World" in Sept. 1888 veröffentlicht, der sogar auch in Frankreich bei Lumiere Electrique veröffentlich wurde, nur hatte er seine Idee nie in die Tat umgesetzt. Doch die Idee war geboren.


1900 - Poulsons Eisendraht Patent

Erfunden oder entdeckt und realisiert hatte das Aufzeichen von Tönen auf dünnen Eisendraht der Däne Valdemar Poulsen (1869-1942) so ca. 1898. Doch das war eine unausgereifte physikalische mechanische Spielerei. Poulson war seit 1893 bei der Copenhagen Telephone Company angestellt und machte Versuche mit der Aufzeichnung von Telefongesprächen. 1899 bekam er das Patent 661,619 für einen hochkant stehenden mit Draht umwickelten Zylinder (Trommel). Er nannte sein Gerät Telegraphone.

Obwohl Poulson auf der Weltausstellung 1900 in Paris einen Preis bekam und auch die Stimme von Kaiser Franz Josef aufnahm (die älteste Tonaufzeichnung der Welt), erinnert diese Technik an den aktuellen Niedergang des Cargolifters, mit dem auch die Physik überlistet werden sollte. Er meldete für seine Erfindung einen Haufen Patente auf der ganzen Welt an. Über die diversen Draht-Rekorder in Europa und den USA kommt noch mehr in den folgenden Absätzen.


1900 - Magnettongerät von Mix und Genest Berlin

Im gleichen Jahr, in dem Poulsen auf der Pariser Weltausstellung ausgezeichnet wurde, erblickte noch ein weiteres Magnettongerät das Licht der Welt. Es wurde von Mix und Genest in Berlin herausgebracht, die ebenfalls Draht als Tonträger verwendeten. Die Drahtgeschwindigkeit betrug 200 cm/sec, und die maximale Aufnahmezeit war, ebenso wie bei Poulsens erstem Gerät, nur kurz: 50 Sekunden.

 

Nicht lange darauf stellten die beiden Deutschen der Öffentlichkeit eine weitere Entwicklung vor: ein "Stahlband-Tongerät". Das Band war 3 mm breit und 0,5 mm dick und lief mit der gleichen Geschwindigkeit wie der Draht ihres ersten Geräts, nämlich 200 cm/sec. Die Aufnahmezeit war jedoch mit ungefähr 20 Minuten schon erheblich länger. Dennoch ließ die praktische Brauchbarkeit noch viel zu wünschen übrig. Die Wiedergabe war mangelhaft und wurde insbesondere durch starkes Rauschen gestört.


1901 -1903 Die Telegraphone Company


Poulsen gründete mit Peder O. Pedersen die amerikanische Telegraphone Company. Dazu verbesserte er die magnetische Aufnahmequalität des Telegraphone mit der Entwicklung einer (Gleichstrom) Vormagnetisierung. Die Firma übernahm seine Patente in 1905 und baute Diktiermaschinen und verkaufte etwa 50 von diesen Maschinen an DuPont. Auch hier betrug die Geschwindigkeit des Tonträgers 200 cm/ sec, aber die Aufnahmezeit belief sich bereits auf 30 Minuten. Der Draht war ungefähr 0,25 mm dick.


1903 - das Ediphone

Doch die Qualität und Lautstärke waren auch hier bescheiden bis unbrauchbar und so war die Konkurrenz der Wachsplatten, von Ediphone and Dictaphone übermächtig und auch deutlich billiger. Telegraphone meldete 1918 Konkurs an und stellte den Betrieb 1924 ganz ein. Die Tatsache, daß die Firma Konkurs machte, war natürlich für eine rasche Weiterentwicklung der Magnettontechnik nicht sehr förderlich. Poulson hatte sich bereits 1902 von der magnetischen Aufzeichnung abgewendet und ganz dem Radio verschrieben.



1903 - Siemens und AEG gründen die Telefunken Gesellschaft

Es ist unglaublich. Die späteren erbitterten Wettbewerber hatten 1903 eine der herausragendsten Firmen der weltweiten Nachrichtentechnik gemeinsam gegründet.

 

Mit dem Namen Telefunken verbindet sich für uns Deutsche untrennbar Radio und Fernsehen gleichermaßen. Um so bestürzender war es für uns, daß sowohl die ehemals große AEG wie auch Telefunken mit einem großen Crash 1985 in die endgültige (aber hausgemachte) Pleite schlidderten.



1906 - Lee De Forest erfindet das Audion


1906 - Robert von Lieben erfindet die Verstärkerröhre.


Robert von Lieben entdeckt die Eigenschaft einer Röhre, Ströme zu steuern und erfindet so die Glühkathoden-Verstärkerröhre. Die Experten streiten heftig, wer jetzt die "Vakuumröhre", wie wir sie kennen, wirklich erfunden hatte. Robert von Lieben beschrieb damals ein "elektronisches Relais" zum Schalten von jeweils größeren Spannungen bzw. Strömen und baute dann auch solche Röhren. Heute sind die wenigen verbliebenen Originale mehrere 10tausend Euro wert


1906 - Das "Mirrorphone"

REUSEABLE recording system should be feasible for recording and evaluating music performances and rehearsals. Such systems were widely available in Europe but not in the US, where the predominant mindset was audio on disk or audio on film.

By the time that Camras was working on the idea, Bell Labs had a short duration closed loop steel tape (aka ribbon) machine they called the "Mirrophone". It was used for prerecorded announcements in the Bell (Telephone-) System. The American version of the Telegraphone (which originally had NO record or playback electronics, just a telephone wired across the head for recording, and earphones wired across the same head for playback) had been a commercial flop for about twenty years, beginning about 1906.


1911/12 - Lee De Forest erfindet die Elektroneneröhre

Lee de Forest erfindet drüben in den USA auch die Verstärkerröhre. Man streitet heute noch, ob von Lieben oder de Forest der Erste mit der Röhre war. Es war erstaunlich lange still um diese phänomenale Entdeckung. Denn erst etwa 1919 hielt diese Erfindung realen Einzug in die Ton- Aufnahmetechnik. Dr. Karl Stille begann sich damit auf dem Gebiet der magnetischen Aufzeichnung (nach dem ersten Weltkrieg) eine Namen zu machen.


1915 - frühe Technik aus Amerika

The irony is, that the US branch of American Telegraphone was accused in WWI (world war 1 = Erster Weltkrieg) of exporting magnetic recording technology to the Germans. And its president Charles Rood got a rough time for that. The devices were apparently used for meteorological purposes and a couple were sold and placed on U-Boats. Wm (war mate = Kriegsteilnehmer) Jennings Bryan made a brief such recording in 1915 at an Exposition in California to help publicize the disc and tape machines. The recording speed was very high, and it took as long to rewind as it did to record. Volume was a problem for many years, necessitating earphones.

 

Der Hintergrund (die Ironie der Geschichte) war, daß deutsche U-Boote schon 1914 mit Hilfe dieser US Geräte wichtige Kriegsinformationen an eine (deutsche) Station in NewYork sendeten und die Amerikaner das erst recht spät mitbekommen hatten. Auf diesen angeblich für meteorologische Zwecke angeschafften Recordern wurden Schiffspositionen sehr schnell nach Deutschland weiter gegeben. Dazu wurden die (Sende-) Geräte während der drahtlosen Übertragung sehr schnell laufen lassen und die Nachricht konnte nur mit einer ebenfalls sehr schnell laufenden Maschine in Deutschland aufgezeichnet und dann wieder normal langsam abgehört werden. Raus kam das erst, als ein gewisser Charles Apgar, ein Mitarbeiter von American Marconi, diese Sendungen mit seiner Amateur- Radiostation aufgefangen hatte, auf ein Dictaphone Zylinder aufgenommen hatte und so an die US Regierung weitergeben hatte.

 

Der Marineminister lies dann die deutsche Radiostation in Sayville NY am 8.July 1915 "ausheben", um die Mißnutzung "ihrer" Telegraphone Geräte durch "diese deutschen Spione" zu unterbinden.


1915 - erste Plattenspieler mit Elektromotoren kommen auf den Markt.

Auch das war ein Meilenstein, denn bisher wurde der Plattenspieler mit einem Federwerk ähnlich einer großen Standuhr betrieben, das von Hand mit einer Kurbel aufgezogenwurde und dann die Schellack-Platte meist mit abnehmender Geschwindigkeit abdudelte. Diese elektrischen Plattenspieler ließen dem mangelhaften magnetischen Verfahren vorerst keine Chance.


1917 - Edward C. Wente erfindet das Kondensatormikrofon


1918 - Kurt Stille erfindet den Rücklauf


1920 - ein "disc" Telegraphone aus Chemnitz

Einige Quellen sprechen von einer Firma Max Kohl AG aus Chemnitz, die in 1920 ein auf einer magnetischen Schallplatte (einer ca. 13cm Stahlplatte) basierendes "laut sprechendes" Telegraphone entwickelt hatte (oder haben wollte).


1920/1921 - in Berlin wurde der Tonfilm geboren


Es gab schon ernsthafte Ideen und auch Bedarf für die Aufzeichnung von Ton und Schall aller Art. Nur die Magnet- Tontechnik war noch lange nicht so weit. Auch für die Synchronisation von Bild und Lippen fehlte die Technik. Zu dieser Zeit entwickelten ein Dreierteam aus Joseph Massolle, Hans Vogt (Dr. h.c.) und Joseph Engl (das Triergons) in Berlin Wilmersdorf den sprechenden Licht- Tonfilm. Laut Aufzeichnungen war der erste funktionierende sprechende Film in der Nacht von 26. Februar 1921 im Labor fertig und am Sonntag, dem 17. September 1922, vormittags 11 Uhr wurde ein 2 Stunden Tonfilm im Filmpalast Alhambra in Berlin am Kurfürstendamm, also die Welturaufführung des Triergon-Tonfilmes gezeigt.


1922 - Kurt Stille entwickelt zwei Diktiergeräte

Bereits zu dieser Zeit entwickelte Dr.Curt Stille an zwei Draht- Diktiermaschinen, dem Dailygraph und dem Textophone. Letzteres wurde erst 10 Jahre später 1932 von AT&T vermarktet.


1923/1926 - Die Vormagnetisierung blieb unerkannt

Mehrere US Quellen sprechen weiterhin davon, daß zwischen 1920 und 1923 die beiden amerkanischen Forscher Wendell L.Carlson and Glenn L.Carpenter, die für die US Navy in dem Naval Research Laboratory in Washington gearbeitet hatten, die hochfrequente Wechselstrom- Vormagnetisierung entdeckt hätten. Der sogenannte "AC bias" (es waren damals ca. 10.000 Hz) würde die geradzahligen Verzerrungen und das Rauschen drastisch reduzieren. Sie bekamen das US Patent 1,640,881 für ihre Erfindung des "AC bias" in "magnetic recording" so circa 1927 auf einem dieser 4 Telegraphone Stahldraht Recorder. Es scheint, als ob von Braunmühl und Dr. Weber doch nicht die ersten waren, die 1940 angeblich durch Zufall auf die Hochfrequenz- Vormagnetisierung gestoßen waren.

 

Dann gab es im gleichen Zeitraum auch noch den Amerikaner Mr. Camras, der auch so etwas ähnliches erfunden hatte. Camras bekam auch ein US- Patent für den "AC bias". Er war zu der Zeit Mitarbeiter der Armour Foundation (heute bekannt als das Illinois Institute Of Technology). Er entdeckte dieses Prinzip während er Testfrequenzen auf einen der frühen Draht-Recorder fütterte, denn er arbeitete, angestachelt von einem Verwandten, in der Hoffnung auf ein wiederverwendbares preiswertes Aufnahme Medium.

 

Am Ende wurden diese Patente einfach nur vergessen, weil das ganze Prinzip mit dem Stahldraht oder Stahlband nicht funktionierte.


1924 - der elektrodynamische Lautsprecher

Hans Riegger erfindet den elektrodynamischen Lautsprecher. Im Gegensatz zum permanent dynamischen Lautsprecher mit einem richtigen Dauer-Magneten wurde hier der Magnetismus elektrisch erzeugt.


1928 - Das (Papier-) Ton-Band


Erst, als etwa 1911 der erste Röhrenverstärker entwickelt wurde, ging es mit einer vernünftigen Tonwiedergabe überhaupt geringfügig besser, vor allem mit der Wiedergabelautstärke über Lautsprecher. Doch das mit dem Stahldraht war immer noch alles sehr bescheiden. Und so hatte der junge Ingenieur Fritz Pfleumer (ein Österreicher in Dresden!!) im Jahr 1927 die zündende Idee. Angeblich in einem Pariser Café kam ihm der Gedanke, daß man wie bei dem (damaligen) Zigaretten- Mundstück anstelle von Bronze-Puder einfach eine Schicht magnetisches Eisen-Pulver auf das Papier aufkleben könnte.



In 1928 hatte er seine geniale Erfindung, ein mit Eisenpulver beschichtetes ca. 16mm schmales hauchdünnes Papierband (die Breite kam von der 16mm Filmtechnik) vorführbereit und bekam am 1.Jan 1928 sein Patent dafür. Vorher hatte er diverses "Unterlagenmaterial" als Trägermaterial erforscht. Dieser Vorläufer eines Tonbandgerätes auf der Basis von Teilen von 16mm Filmsichtgeräten regte viele Andere zum Denken an, denn auch diese (Papier-) Lösung war wegen der geringen Reißfestigkeit und der Empfindlichkeit gegen Feuchtigkeit einfach unpraktikabel. Pfleumer verkaufte dieses Patent dann an die AEG. Und angeblich bekam Pfleumer das Papierband-Patent 1936 vom obersten Deutschen Reichs-Gericht wieder aberkannt, da die Technik in Poulsens Patenten bereits enthalten wäre.


1928 - Stille baut die Stahldrahtmaschine "Echophone"


Während Fritz Pfleumer schon mit dem 16mm Papierband experimentierte, gründete Dr. Kurt Stille mit Karl Bauer in Deutschland die Firma Echophone und produzierte die Stahldrahtmaschine "Echophone" mit 0,2mm Stahldraht und nur noch 120cm/sec. Mit im Boot waren noch die Firma Ferdinand Schuchard AG mit ihrem talentierten Ingenieur Dr. Semi Begun, den wir später erst bei der AEG in Berlin und dann bei der Firma Brush in den USA wiederfinden.


1928 - Der erste Kassettenrecorder, der "Dailygraph"

Inzwischen hatte Karl Bauer nach Abschluß eines Lizenzvertrages mit der Firma Echophone von Dr. Stille in Deutschland eine Diktiermaschine auf den Markt gebracht. Dieser „Dailygraph" war die erste magnetische Stahlband Diktiermaschine, die in Serie gefertigt wurde. Viele Fernsprechgesellschaften schafften sie zur Aufzeichnung von Telephongesprächen an.

 

Originaltext: "Die Firma Dr. Stille und Karl Bauer machten mit der Ferdinand Schuchard AG (und Semi Begun) einen Vertrag, um den "Dailygraph" herzustellen, den ersten magnetischen Kassettenrecorder mit Verstärker und Entzerrer.

 

1932 übernahm die Deutsche Reichspost Bauers Rechte, um sie schon bald an C. Lorenz weiter zu verkaufen, der das Gerät gewissen Änderungen unterzog und damit die Voraussetzungen für die Massenfertigung verbesserte. Daher kommt auch der Lorenz Stahldrahtrecoder, der dem von Stille und Marconi zum verwechseln ähnlich sieht.

 

Lorenz führte die Handelsbezeichnung „Textophon" ein. Einen weiteren Schritt unternahm er mit der Herstellung eines tragbaren Tonaufnahmegerätes, der „Stahltonmaschine", die mit Stahlband betrieben wurde. 1935 ging der deutsche Rundfunk dazu über, diese Maschine in großem Umfang zu verwenden, vor allem für Reportagen. Die Bandbreite betrug wiederum 3 mm und die Aufnahmezeit 30 Minuten. Der Preis belief sich auf nur etwa ein Drittel des Marconi-Stille Gerätes.


1928 - die Frequenzmodulation wird erfunden

Edwin Howard Armstrong erfindet eine Methode, wie man einer Frequenz andere Frequenzen aufmodulieren kann, die inzwischen allgegenwärtige Frequenzmodulation, auch FM oder bei uns hier UKW genannt.


1929 - Ritcheouluff´s Idee der Aufnahme von Bildern

Der früheste Vorschlag, Bilder mit Hilfe magnetischer Aufnahmetechnik zu speichern, geht in die späten 20ziger zurück. Das britsche Patent Office hat eines davon auf Boris Ritcheouluff in London erteilt. Ritcheouluff beschrieb  mit erstaunlicher Genauigkeit einen Bild-Recorder, der auf der dänischen Poulsen Maschine basierte.


1930 - Die Stahlband-Maschine "Blattnerphone"

Dr. Stille war aber doch nicht so sonderlich erfolgreich und verkaufte die Rechte zur Herstellung von magnetischen Aufnahmegeräten auch an den Engländer Mr. Blattner. Dieser beabsichtigte, die Magnettontechnik beim Tonfilm anzuwenden, der sich damals gerade seiner ersten Erfolge rühmen konnte. Sein Gerät, das in mancherlei Hinsicht dem von Stille entworfenen glich, erhielt die Bezeichnung "Blattnerphone". Allerdings diente als Tonträger nicht Draht, sondern ein schmales Stahlband. Das Aufwickeln von rundem Stahldraht war nicht nur damals sehr schwierig.

 

In Großbritannien wurden einige Filme auf diesem Wege vertont, aber der kommerzielle Erfolg war mäßig, und deshalb übertrug Blattner seine Interessen auf die Marconi Wireless Telegraph Co., Ltd., in London. Diese Gesellschaft nahm damit die Entwicklung von Stahlband-Maschinen auf, die jahrelang von der Rundfunkgesellschaft BBC benutzt wurden.

 

Blattner verkaufte seine Rechte dann wiederum an die englische Marconi Company, die eine Verwendung bei der BBC im Auge hatte. Die BBC brauchte einen Recorder für ihren Kurzwellen Empire Radioservice, der das gleiche Programm zeitversetzt im ganzen Empire ausstrahlen konnte. Dazu wurde der DC Motor gegen einen Synchronmotor ausgetauscht und das Stahlband auf 3mm breite reduziert und mit 150cm/sec betrieben. Für eine Aufnahmezeit von 30 Minuten waren Spulen mit 2700 m Band erforderlich.

 

Marconi zeigte solch ein Ungetüm einer Stahlband-Maschine, die mit 1,5 Meter / Sekunde aufnimmt. Hier ist ein Bild davon. Die Spulen mit 2700m langem und 3mm breitem Stahlband wogen locker über 35 Kilo das Stück und Sie müssen sich vorstellen, wenn die sich mal drehten, was sich dort für eine bewegte Masse zusammenbraute. Und dieses Stahband drehte schnell. Auch mussten diese Spulen von zwei Mann gehoben werden. Das Stahlband war das Problemkind, sodaß in spätere Generationen des Blattnerphones sogar ein kleines Punktschweissgerät eingebaut wurde, um das Band sofort wieder zu "flicken".


1932 - Die Textophone Diktiermaschine

1932 kaufte die AT&T Stille´s Firma und verschmolz diese zur C.Lorenz AG. Semi Begun entwickelte bis 1933 das relativ ausgereifte "Textophone" Magnetton-Diktiergerät und AT&T verkaufte davon tausende an die NS- Regierung. Außerdem entwickelte Begun 1935 vor seiner Emigration auch noch die "Stahltone" Bandmaschine für den mobilen Rundfunk.



1932 - Der Luftspalt Magnet-Kopf von E.Schüller


Irgendwie hatten die meisten deutschen Ingenieure früh herausgefunden, daß mit dem Stahldraht und dem Stahlband nichts zu gewinnen war. Und so gab es da einen Geheimrat Hermann Bücher (Vorstand bei der AEG), der am 28.Nov. 1932 einen jungen Dipl. Ing. Eduard Schüller damit beauftragte, für das Papierband von Pfleumer ein richtiges Aufnahme- und Abspiel- Gerät zu entwickeln. Dr. Volk leitete angeblich schon das AEG Team.

 

Eduard Schüller fand heraus, daß man überhaupt erst mit einem Ring(magnet)Kopf mit Luftspalt ein brauchbares Magnetfeld aufbauen konnte, um damit Töne auf ein Magnetband vernünftig aufnehmen zu können. Der Ringkopf konzentriert die Kraft des gesamten Magnetfeldes in und um den kleinen Luftspalt, an dem das Magnetband gleichmäßig vorbei läuft.

 

Und das war der eigentliche Durchbruch. Dafür bekam er (oder die AEG) ein Patent. Die Erläuterung des Ringspalt Grund-Prinzipes, auf dem noch heute alle Magnetbandgeräte dieser Welt basieren, ist hier auf anderen Seiten erklärt. Mikroskopische Bilder von einem Magnetspalt haben wir auch.


1932 - Theorie der Schrägspuraufzeichnung

Bereits 1932 erstellte Dr. Fritz Schroeter, Professor an der Technischen Hochschule Berlin und einer der Direktoren der Telefunken, eine technische Publikation. Darin wurde auf einer Reihe von Schaubildern die Bildübertragung vorgeschlagen. In dem Buch waren schon sehr früh Illustrationen einer Schrägspuraufzeichnung (helical scanning formats) enthalten, die der späteren Entwicklung nach dem Kriege sehr ähnlich waren.


1932 - erste prominente Rede auf magnetischem Träger

König Georg der V. hält seine Weihnachtsansprache, die auf einen Marconi Stahlbandrecorder aufgenommen wurde. Ca. 1933 bringt die deutsche C. Lorenz Gesellschaft das "Texophon" in Massenproduktion heraus. Um 1935 stellt die Lorenz Gesellschaft die "Stahltonmaschine" für Rundfunkreportagen her.


1933 - ein besonderes Jahr bei den AEGlern

Wir kennen das Jahr 1933 fast nur noch durch die völlige Machtübernahme der Nazis und ihres Führers. Für die Tonbandleute der AEG kam ein ganz wichtiger Kontakt hinzu. Der AEG Vorstand Geheimrat Bücher interessierte und begeisterte den IG Farben Vorstand Geheimrat Bosch dafür, bei der BASF ein Chemiker-Team an der Entwicklung eines besseren Tonband-"papieres" forschen zu lassen.

 

Dazu hatte Dr. Volk angeblich damals schon die Breite des Pfleumerschen Papierbandes von 16mm (oder 10mm?) auf ausreichende 6,5mm reduziert.

 

Ein amerikanischer Profesor bezeichnete 1995 das Team aus Bücher, Pfleumer und Schüller als das "Dream Team" mit dem größten Forschungs- und Entwicklungs- Triumpf des gesamten Jahrhunderts. Gelobt wurde auch Friedrich Matthias von den IG Farben für die Entwicklung des "two-layer magnetic tape".


1933 - Die BASF macht Magnetband Experimente

Hier gehen die Meinungen und Erinnerungen weit auseinander. Eine Quelle berichtet von ersten Experimenten der BASF mit beschichtetem Papierband nach dem Patent von Pfleumer bereits ab November 1932. Geheimrat Bosch wurde nachweislich aber erst 1933 von Geheimrat Bücher von der AEG angesprochen.

 

Ab Juni 1934 sollen da bereits beschichtete Acetyl Cellulose Kunststoffbänder (von bescheidenster Qualität) heraus gekommen sein, mit denen die AEG dann experimentiert haben soll. Andere Quellen berichten von beschichtetem dickeren Papier für die AEG.

 

Die alten AEGler berichten im Thiele Interview von 1981, daß sie damals 1934 immer noch selbst eigene "Tonbänder" beschichtet hatten, weil das (oder die) BASF Band/Bänder so bescheiden war.


1934 - Marconi will Stahlbandrecorder "vermarkten"


1934 gab Marconi bekannt, daß das Marconi-Stille Tonaufnahme- und Wiedergabe-Gerät zum Preis von £ 1250 lieferbar sei. Die Geschwindigkeit des 3 mm breiten Stahlbands betrug 150 cm/sec, und der Frequenzbereich der Maschine erstreckte sich von 100 bis 5 000 Hz mit einer maximalen Abweichung von ± 2 dB. Für eine Aufnahmezeit von 30 Minuten waren Spulen mit 2700 m Band erforderlich.

BBC, Marconi und Stille verbesserten diesen Drahtrecorder dann 1935 auf einen sagenhaften Rauschabstand von bis zu 45 dB.


1934 - erste Versuchsbänder der BASF

Ab Mitte 1934 wurden (so sagt eine Quelle) die ersten BASF Versuchs- Tonbänder an die AEG nach Berlin geliefert.

 

Die Standard Bandgeschwindigkeit wurde auf 77cm/s (30inch/s) festgelegt und war nach dem Krieg auch die Grundlage für die dann weltweit genormten 30, 15, 7,5, 3,75 und 1,875 ips.


1934 - AEG entwickelt ein Magnetband-Laufwerk


Die mit der Entwicklung des Bandgerätes betrauten Ingenieure der AEG hatten schnell erkannt, daß das Laufwerk zur Bewegung des Papierbandes nur mit ausgefeilter Technik zu beherrschen war. Die Probleme waren vorerst nicht die Magnetköpfe oder der Verstärker, sondern der Antriebsmechanismus.

 

Die erste Vorstellung eines AEG Koffer-Magnetophones (daher später immer das "K") sollte eigentlich zur Funkausstellung im August 1934 stattfinden. Aber das Gerät (wir nennen es mal "K 0") zerriß die Bänder sogar noch im Labor (denn es hatte nur einen Motor). Die Vorstellung wurde nur einen Tag vor der Eröffnung vom AEG Vertriebschef höchst persönlich abgesagt, eine sehr herbe Enttäuschung für die Entwickler.

 

Daraufhin verlegte die AEG Führung Anfang 1935 die gesamte Entwicklung und Produktion in die Fabrik für Kino-Apparate nach Berlin. Die dortigen Ingenieure kannten sich mit der Konstruktion von Filmvorführgeräten aus. Sie hatten bereits ähnliche Probleme beim Transport von Zelluloid-Film gelöst.

 

Unter großem Zeitdruck entwickelten sie nach einer Idee von Dr. Theo Volk innerhalb kürzester Zeit den so genannten "Volkschen" Dreimotoren Antrieb. Er bestand aus dem speziellen Antriebsmotor für das Band und zwei Wickelmotoren (für jede Spule einen). So gelang es endlich, das Papierband schonend zu transportieren und so ein Reißen weitgehend zu vermeiden.

 

(Es gibt davon scheinbar keine Fotos mehr, das erste (und einzige) 1934er Muster ist angeblich zur 1935er Funkausstellung mitgenommen worden und dort mit verbrannt.)


Und so wurde ein Jahr später allen anderen mit einer absoluten Weltneuheit die Schau gestohlen.

Die AEG war da mit dem K1.


1935 - Berliner Funkausstellung - das AEG K1


Das AEG Magnetophon K1 war nach dem Flop von 1934 quasi eine Neuentwicklung und wurde auf der Berliner Funkausstellung im August 1935 erstmals der überraschten Weltöffentlichkeit vorgestellt, damals wirklich noch mit diesem beschichteten 6,5mm Papierband und sehr bescheidener Ton- und Klangqualität. Das K1 hatte nämlich noch eine Gleichstrom Vormagnetisierung (DC-bias). Der Rauschabstand betrug nur etwa 30 bis 35db, da konnte man wohlwollend noch von erträglicher Sprachqualiät sprechen.

 

Und dennoch, das mit dem (Papier-) Band anstelle des Drahtes war der Durchbruch bei der Tonaufzeichnung. Das AEG K1 war weltweit absolut einzigartig, bestand es doch (nur) aus drei Koffern (dem Laufwerk, dem Verstärker- und dem Lautsprecher-Koffer) und war damit einmalig und ernsthaft transportabel.



Weiterhin hatte dieses Bandgerät einen richtigen 3 Motoren Antrieb (nach einer Idee des Teamleiters bei AEG Dr. Theo Volk) sowie einen schnellen Rücklauf und Drucktasten- steuerung. Eine 30cm Spule (ein Bandwickel !) mit 6,5mm breiten Band konnte mit 100cm/s Geschwindigkeit bis zu 20 Minuten aufnehmen und wog nur ca. 1 Kilo. (Zum Vergleich: die Stahlband-Spule wog ca. 35 Kilo.) Mit dem Papier Band waren Frequenzen bis 6000 Hz möglich. Es gab die K (Koffer) Serie und die T (Truhe) Serie, die war sogar in edlem Holz verpackt. Rechts ein ganz seltenes Foto.

 

Die technischen Daten des Ur-Tonbandgerätes waren :

Bandgeschwindigkeit 100cm/sec
Frequenzgang nahezu geradlinig von 50 bis 5000 Hz
Rauschpegel -30 bis -35 dB
Vormagnetisierung/Löschen mit Gleichstrom

 

Die komplette erzählte Geschichte des Magnetophons samt historischer Tondokumente erhalten Sie hier.


1935 - 20.Aug. - Und dann hat es gebrannt, alles.


Der Andrang in der Halle 4 bei AEG war ungeheuer, die Publicity auch, die Besucher waren begeistert - bis früh Morgens am 20.August 1935, dem dritten Messe-Tag, die gesamten hölzernen Hallen abbrannten und auch die vier oder fünf oder mehr Mustergeräte zerstörten. Aber man hatte glücklicher Weise noch genügend Teile für zwei neue Geräte in Reserve und die Messe wurde damals um 8 Tage verlängert. Der Erfolg ging weiter.

 

Viele viele Seiten zu der gesamten AEG internen Historie (das Thiele Interview) kommen hier.


1935 bis 38 - Endlich, das richtige Tonband . . . .

Geheimrat Prof. Dr. Carl Bosch von den IG Farben in Ludwigshafen machte jetzt anscheinend etwas mehr Druck. Er glaubte auch an diese neue umwerfende Technik und machte sich verstärkt für neue Kunststoffbänder stark, denn das mit dem entwickelten Papierband war ganz offensichtlich eines der Probleme.

 

Ab etwa 1934 bis 38 entwickelte bei der BASF ein Dr. Friedrich Matthias das erste Kunststoff- Tonband mit einer Eisen- Pulver- Beschichtung (Carbonyl-Eisen) auf einem Acetyl-Cellulose-Träger, also im Prinzip auf einer Art dünnstem Film ähnlichen Materials. (Acetyl ist ein Konstruckt aus Baumwolle und Papier). Doch das Eisenpulver auf dem Eisen-Band (hielt sich nicht an den Vertrag und) rostete nach dem Beschichten einfach weiter und veränderte somit seine Eigenschaften.

 

Die IG Farben Chemiker in Ludwigshafen waren es, die dann auf die Idee mit dem Eisenoxyd (einem schon vorher verrostetem Material) kamen und dann das erste moderne Acetyl-Cellulose Eisenoxyd- Band entwickelten und auch produzierten. Das Type C Band war zu dieser Zeit 6,5mm breit und dunkelrotbraun bis schwarz. Und es wurde kontinuierlich weiter entwickelt.

 

So wurde das Eisenoxyd Pulver (Magnetitbeschichtung) später nicht mehr als Beschichtung auf das Trägermaterial aufgebracht, sondern homogen in das Basis-Material eingebunden. Später wurde auf gamma ferric oxide umgestellt und dieses wurde in einer eigenen Elmulsion auf das Trägermaterial aufgebracht. Das war dann das lange Zeit gebräuchliche Zweischichtenband. Nach der (wirklich zufälligen) Explosion im Ludwigshafener Werk wurde dort im Juli 1943 eine neue Tonband-Fabrik gebaut und auf PVC (polyvinyl chloride plastic base) als Trägerband (plus Beschichtung) umgestellt. Das IG Farben (BASF) Type-L Band war geboren und wurde von nun an bis Kriegsende und darüber hinaus produziert.

 

Von dieser ingeniösen Meisterleistung (vastly impressive superior tape) schwärmen manche älteren Amerikaner heute noch. Und von da an ging es nur noch bergauf (jedenfalls mit dem Tonband). Auf der andere Seite glauben bzw. behaupten manche Amerikaner heute noch, die Deutschen hätten bis 1950 noch mit Papierband gearbeitet und das Kunststoffband hätten natürlich die Amerikaner erfunden. Vielleicht wollten sie aber nur davon ablenken, daß sie bis 1950 überwiegend noch mit Stahdraht aufgenommen hatten (obwohl es das Ampex 200A Bandgerät schon gab).


1936 - Das AEG Magnetophon K2


Das AEG K1 Laufwerk wurde zum AEG K2 verbessert, denn man konnte endlich auf ein Kunststoff Tonband der IG Farben mit wesentlich verbesserter Reißfestigkeit zurück greifen. Die Motoren wurden gründlich erneuert, die Bandzugtechnik auch und alles wurde jetzt auf das neue Kunststoffband abgestimmt. Das mit dem Papier war zuende. Auch dazu mehr auf den AEG Seiten.

 

Ebenfalls 1936 ein weiterer Welterfolg wurde die deutsche Erfindung der Innensechkant Schraube samt Schlüssel von Bauer und Schaurte aus Neuss, die bis heute in allen DLT Laufwerken verwendet wird.


1936 - Mozarts Symphony Nr.39


Eine Sternstunde war dieser 19. November 1936 - Der Welt erste Tonband Aufnahme eines Orchesters, das war der 3.Akt von Mozarts Symphonie Nr.39 mit Sir Thomas Beecham und dem London Philharmonic Orchester in der BASF eigenen Konzerthalle (Feierabendhaus) in Ludwigshafen (also nicht in Berlin). Und natürlich auf den neuen BASF Acetyl-Cellulose Eisen-Oxyd Bändern vom Typ C.

 

Davon gibt (gab) es in den USA Schallplatten, die besagen, so schlecht war das damals gar nicht. Es mag sein, daß diese Aufnahmen später entrauscht wurden. Eine andere Chronic sagt, daß dort schon die neuen gerade entwickelten Fe3O4 Eisen-Oxid Bänder und nicht mehr (wie manche Amis schreiben) die alten Carbon-Eisen Bänder benutzt wurden. Die neuen Bänder hatten auf der AEG K2 jetzt schon 37db Dynamik, die alten Bänder nur die bekannten mäßigen 30db. Also nur 7 Dezibel Unterschied, das war damals ein gigantischer Sprung nach vorn. Angeblich ist dieses historische Band heute noch gut erhalten.


1936 -Philips bringt Philips-Miller Foliensystem heraus


In direkter Konkurrenz zum deutschen AEG Magentophon bringt Philips ein mechanisch optisches Schallaufzeichnungsverfahren basierend auf einem Zelluloidstreifen raus, das von der Qualität deutlich besser ist als das AEG K1 und K2. Der technische Aufwand ist damals gewaltig gewesen und das Material war sehr leicht brennbar.

 

Das Gerät (die Geräte) wog mehrere hundert Kilo und war auch nur für den professionellen Gebrauch zu benutzen.


1937 - Bell Labs hat auch einen Stahlband Recoder

Bei den Bell Labs hatte Clarence Hickman einen Stahlband Recoder entwickelt, nur, Bell wollte ihn nicht ausserhalb der Firma vermarkten. Wir vermuten, die wußten, warum.


1938 - Januar - Die RRG steigt auf Magnetband um.

Beim deutschen Rundfunk (der Reichs Rundfunk Gesellschaft) wird überall das Magnettonverfahren eingeführt, vermutlich schon die weiter entwickelte AEG K3 (die AEG K4 war gerade in der Entwicklung). Im Laufe des Krieges ab 1939 wird die gesamte Programmtechnik fast nur noch von Berlin aus gesteuert.


1938 - Das AEG K2 in USA

Die AEG war damals schon oder noch mit dem US Multi General Electric eng verbunden. Darum wurde auch 1938 ein AEG Magnetophon K2 zum Ausprobieren zu den G.E. Labs in Schnectady, NewYork rüber gebracht und vorgeführt. Doch die Tonqualität war (wegen des hohen Rauschens, der hohen Verzerrungen und des niedrigen Frequenzganges) der besseren Qualität von beschreibbaren Wachs-Platten oder dem Tonfilm deutlich unterlegen und die Amerikaner entschieden, daß "so ein Magnetophon" für den professionellen Einsatz ungeeignet sei. - Was für ein Fehler.


1939 - Brush entwickelt noch eine Stahlbandmaschine

In den USA gab es noch eine Firma in Cleveland Ohio, die Firma Brush Development Company, die auch noch eine Stahlbandmaschine entwickelte, den Soundmirror.

Der emigrierte Deutsche Semi Begun leitete die Entwicklung, denn er hatte bereits Erfahrungen gesammelt, nur hatte er den Kontakt nach Deutschland nicht mehr. So hatte er auch das mit dem Acetyl Cellulose Band nicht mit bekommen und die Amerkaner waren damals viel zu eingebildet oder patriotisch angehaucht, um das wahr zunehmen, was sich hier in Deutschland mit den AEG K2 Bandgeräten tat.

 

Marvin Camras entwickelte einen verbesserten Aufnahme-Kopf für Stahldraht in 1939 an dem Armour Research Foundation Institut in Chicago, und er baute auch die wiederentdeckte AC Vormagnetisierung in 1940 in dieses Model 50 eines kommerziellen Draht Recoders ein, der 1940 auf dem Markt kam. Diese Stahlband-Maschine wurde später im amerkanischen Militär benutzt.


1939 - Der zweite Weltkrieg

Das AEG Magnetophon K2 wurde dann mitsamt den Acetyl- Cellulose Eisen-Oxyd Bändern bis Kriegsausbruch 1939 auf der ganzen Welt im Bereich der Rundfunksender gezeigt, aber wegen der unzureichenden Qualität nicht für voll genommen.

Andere Quellen behaupten, es sei geheim gehalten worden. Dies stimmt definitiv nicht. Es gibt sogar einen japanischen Pressebericht über den deutschen Ton auf einem "Film-Band ohne Bilder".


1940 - Die Vormagnetisierung - die2te

Die AEG Magnetophon Bandmaschinen wurden zwar mechanisch weiter verbessert, aber es änderte sich bis dato noch nichts Grundlegendes. Mehrere Amerikaner sogar hatten die bereits 1928 entdeckte AC- (Wechselstrom-) Vormagnetisierung des magnetischen Trägers und deren Funktion und Wert überhaupt nicht verstanden (kapiert), ein Japaner hatte es sich dann 1938 auch noch mal patentieren lassen und da es scheinbar keiner brauchen konnte, nutzte es auch keiner.

 

Bis zwei weitere deutsche Ingenieure beim Arbeiten an einem AEG Magnetophone K3 einen Fehler suchten, ihn fanden und lange genug nachdachten und es Mitte 1940 dann raus hatten, wie es gehen könnte.

 

Die komplette erzählte Geschichte des Magnetophons samt historischer Tondokumente erhalten Sie hier.



Alte Unterlagen sagen, irgend ein Verstärkerteil des Aufnahmeteiles hatte ein zufälliges, eigentlich fehlerhaftes Hochfrequenz- Schwingen in der Schaltung, damals eigentlich absolut unerwünscht. So etwas kam bei vielen Elektronik- Hobby- Bausätzen selbst in den 60er Jahren noch vor. Das brachte aber eine ganz erstaunliche, völlig überraschende dramatische Qualitätsverbesserung mit sich. Dr. Hans-Joachim von Braunmühl (1900-1980) und Dr. Walter Weber (1907-1944) überlagerten das Tonsignal des Aufnahmekopfes mit einer sehr hohen Frequenz und hatten damit erstmals richtiges "Hifi", eine bis dahin unerreichte Qualität, die von einer Rundfunk Live-Aufnahme bzw. Live-Sendung (das war damals alles noch Mittelwelle) nicht zu unterscheiden war.

 

Damals im Juli 1940 waren ca. 55db bis nahezu 58db Rauschabstand etwa Faktor 10 besser gegenüber der alten Technik, dann Frequenzen bis oberhalb von 10 Kilohertz und ein sehr niedriger Klirrfaktor (weniger als 3%), das war der absolute Durchbruch. Üblich waren bis dato etwa 37 db. (Die Meßgröße "db" ist logarithmisch und 3db sind jeweils eine Verdoppelung.) Dieser neue Wert wurde bis 1955 fast nicht übertroffen. Auch die Hardware der Maschinen machten dazu weitere dramatische Fortschritte und bald gab es das Magnetophon K4 (ab 1942). Laut anderen Quellen wurden auch von den vorhandenen K3 Maschinen etwa 100 bis Kriegsende mit der HF-Vormagnetisierung modifiziert. Die K4 hatte es immer drinnen.

 

Die beiden Mitarbeiter der staatlichen Reichsrundfunkgesellschaft (RRG) saßen somit eigentlich in einem "Konkurenzunternehmen" zur AEG, bekamen dafür am 28.Juli 1940 ein Patent und die AEG mußte dieses Patent von Dr. Weber kaufen.


1940 - 12 Stunden Musik am Stück - eine Legende

Mit dem AEG Magnetophon K4 wurde so ab 1940/41 in den Reichs- Rundfunk- Anstalten in Deutschland wie auch in den besetzten Ländern die NS-Propaganda mit qualitativ hochwertiger Hifi Musik gesendet und zwar fast rund um die Uhr. Das ging zwar alles nur über Mittelwelle, aber die Qualität war erstaunlich gut. In Deutschland waren die Rundfunk-Studios zu diesem Zeitpunkt landesweit mit "schnellen" Übertragungs- leitungen mit bis zu 10 KiloHertz vernetzt. Die Amerikaner waren dagegen schon mit 5 KiloHertz zufrieden.

 

Zumindest die Engländer hatten es recht schnell kapiert, daß ein Rundfunk-Orchester nicht von 7 Uhr Abends bis Nachts um 3 Uhr an einem Stück spielen konnte, selbst bei den Deutschen nicht. Alleine die Amis trauten dem Hitler zu, wenn der mit dem Finger schnippse, würden deutsche Orchester auch mal 12 Stunden am Stück Klassik spielen (sagt die Legende).


1941 - auch Agfa produziert jetzt Tonbänder

Bereits 1941 begann auch Agfa im Zweigwerk Agfa Wolfen der IG-Farben mit der Produktion von modernem Kunststoff-Tonbandmaterial auf Acetat Basis.


1941 - Experimenteller UKW Rundfunk vom Band

Die ersten Versuche mit hochqualitativem UKW (FM) Rundfunk starteten in Berlin, basierend auf der "Hifi-" Qualität des AEG K4.


1941 - noch eine Legende - London - NBBS

Und noch ein Stück Legende :

London , Sonntag der 25.2.1940. Die Abend-Dämmerung kam früh an diesem Sonntag zu dieser Jahreszeit, und an diesem speziellen Sonntag umschlang ein Mix von Dunst und Rauch von tausenden von Brandstellen jeden, der ungücklicherweise draußen sein mußte. Drinnen relaxten hunderttausende von Londonern mit Ihrer Sonntagszeitung und dem Radio.

 

Der zweite Weltkrieg war nun schon ein halbes Jahr ein Stück des Lebens, seitdem die ersten Bomben fielen. Es war die Zeit des Rundfunk Krieges, als Hitler immer noch glaubte, eine Allianz mit Rechten Gruppen in England formen zu können und damit den Krieg zu beenden.

 

Plötzlich, die Hörer, die nicht gerade ganz genau auf den Sender mit "God Save the King." eingestellt hatten, vernahmen eine Stimme in "upper-class" Englisch, der das "New British Broadcasting System" ankündigte. Es folgte ein ganzer Abend mit populärer und konzertanter Musik, unterbrochen von "Nachrichten" mit der makabren Message, daß England und Deutschland in diesen "Wirren der Zeit" doch gemeinsame Interessen und Ziele verfolgten.

 

Das "New British Broadcasting System" wäre sowieso gekommen, aber was es jetzt schon möglich machte, war die Tonaufnahme auf Magnetband. Nur, was das NBBS so bemerkenswert machte, das war der gelungene Durchbruch bei der Qualität der Aufnahmetechnik durch zwei Ingenieure der Reichs- Rundfunk- Gesellschaft "Deutschland Radio".

Soweit aus dem Memoaren von Jack Mullin.

 

Das NBBS, sie benutzen beschlagnahmte Sender in Luxembourg, Belgien und Skandinavien, basierte auf dem virtuellen Programm vom Band. Erst so war es möglich, das gleiche Konzert in halb Europa zur gleichen Stunde auszustrahlen. Die englischen Zuhörer wunderten sich sehr, wie denn so etwas möglich war (und die Amerkaner hatten gar keine Ahnung, daß das mit einem Tonband- Recorder wirklich funktionierte).


1941 - Juni - Berlin, das AEG K4 im UFA Palast am Zoo