Man muß die Sehnsüchte der Kunden nur wecken, dann . . .

. . . und dafür hatte der Erfolgsmensch Max Grundig ein eigenes besonderes Gespühr und einen Instinkt wie der Fuchs, der die Hasen jagt. Man muß die Produkte nur schmackhaft anbieten, dann bekommt jeder (wieder) Hunger. Wenn dann diese Produkte auch noch dem Wunsch der Massen entsprechen, ist der Erfolg sowieso vorprogrammiert. Und bei Grundig war der Erfolg lange Zeit vorprogrammiert. | |
 Und so wurde die "Grundig Revue" geboren.

Eine gut aufgemachte Zeitung, erst zweifarbig, dann richtig bunt, so war die Grundig Revue besser ein farbefrohes (beinahe Kunstdruck-) Magazin, das jedem Deutschen das Wasser im Munde zusammen laufen ließ, also "das" muß es sein.
Über 25 Jahre lang hatte es hervorragend funktioniert. Die Grundig Revue war im Prinzip kostenlos und wurde an jeden verteilt und das in ungeheuren Auflagen, sodaß dem Wettbewerb der Atem stockte. Keiner hatte diese umfassende Produkt- Palette zu diesen (im Vergleich günstigen) Preisen.
Wir haben sie nicht alle, wir haben bisher nur ein paar dieser Grundig Revue Zeitungen im Fernseh-Museum wieder aufgefunden oder geschenkt erhalten. Doch sie zeigen, wie es bei Grundig anfing und wie es die Metro dann auch Jahre lang mit der Metro Post gemacht hatte, und wie es jetzt inzwischen Aldi und Lidl und Tschibo und Schlecker und Rewe und all die anderen wieder machen. Also bunt muß es sein. 
Grundig Revue 1960/61

Das Fernsehen hatte angefangen, die Grundig Revue war schon bunt, der Normalo Fernseher natürlich nicht, der war schwarz weiß, aber jedenfalls ein Grundig. Das mit der Werbung hatte Grundig raus, alle Edelsportarten wie Reiten, Segeln und Rennfahren waren in. | |

Grundig Revue 1964/65

Jetzt kam die Familie als kaufkräftige Klientel im Wirtschaftswunder- land Deutschland an die Reihe. Überall ging es aufwärts, der Vater des Autors war auch solch ein Aufsteiger. Nach dem VW Käfer 1200 Baujahr 58 durfte es jetzt ein Opel Rekord 1500 sein. Der Grundig Satellit unten im Bild und das TK46 waren dagegen schon die Merzedes Benz Klase für den kleinen Mann.
Die seriös und gut gekleidete Hausfrau mit ihrer Mutti Frisur, dem wohlerzogenen Jungen (oh, was macht der Ellenbogen auf dem Fernseher ?) und der erfolgreiche Vati als smarter lächelnder Unternehmer, das war die neue Zielgruppe der Oberklasse. | |

Grundig Revue 1967/68

Farbe beim Fernsehen war angesagt. Wer etwas auf sich hielt, zeigte dem staunenden oder neidischen Nachbarn seinen neuen Farbfernseher. Grundig war einer der Ersten, die wirklich gute funktionsfähige Geräte auf den Markt brachte.
Solch ein Farbfernseher kostete damals immerhin stolze 2.200.- Mark. Und Hifi war in aller Munde. Grundig weckte den Appetit auf edle Musikwiedergabe für jedermann. Der alte Musikschrank oder die Grundig Tuhe war damit out. | |

Grundig Hifi 1967

Wie bereits gesagt, Grundig machte HiFi in Deutschland wohnzimmertauglich, vor allem vom Preis. Sicher gab es Braun und Klein&Hummel und Revox und die andern Highflyer, aber für den kleinen Mann war ein Grundig RT40 und ein SV80 immer noch eine Traumkombination, wenn es dann auch noch für die Boxen reichte. | |

Grundig Revue 1970

Bunt und viel und groß, vor allem größer als beim Nachbarn, das war in. Im Bett, in der Küche, im Wohnzimmer, im Party- oder Hobbyraum (ja, das gab es damals auch schon), überall sollte ein Grundig stehen. Natürlich auch im Zelt oder über dem Zelt, selbst, wenn jeder nur seine Ruhe haben wollte, ein Grundig mußte es sein. | |

Grundig Revue 1970/71

Die Zeit der Marktsättigung nach fast 20 Jahren ungebremsten Konsums machte so langsam den anderen Radio/Fernseh- Anbietern zu schaffen, Grundig nicht, immer noch nicht. Denn jetzt kam der moderne Sex in die Wohnzmmer (oder Schlafzimmer). Das mit der Prüderei war langsam vorbei, die 68er Jugend hatten einen Wandel des Denkens eingeläutet. Von Gruppensex in Wohngemeinschften war oft die Rede. Also auch auf der Grundig Frontseite präsentiert sich (erstmals?) eine sich räkelnde schlanke sexy Schönheit auf einem Grundig Fernseher natürlich. | |

Grundig Revue 1973

Bunt muß es sein, Hauptsache bunt.
Das spricht zwar nicht für einen mündigen Kunden, aber den will ja eigentlich gar niemand haben. Denn der könnte ja nachdenken, was er da von wem kauft zu wessen Lasten und ob es vielleicht mal ein Eigentor werden würde. Wir haben uns ja auch die Freiheit genommen, in die Grundg Bandgeräte (und in die Japaner) rein zu schauen und zu beurteilen, was das auchgei Grundig teilweise für ein Schrott unter der wundeschönen glänzenden Oberfäche, der Grundig Fassade, war. | |

Grundig Revue 1975

Dann kamem die Glanzzeiten bei Grundig so etwa bis 1978, (während es bei der Konkurrenz schon deutlich bergab ging) und dann kamen die Problemzeiten der Sättigung bzw. der aufkommenden Japaner.
Die Fotobranche war zum Zeitpunkt schon völlig darnieder.
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Grundig Revue 1977

Es gab noch viel Ausgaben der Grund Revue und der Nachfolger, deren Erscheinungsdatum wir noch recherchieren werden. | |

Grundig Revue 1979

Es gab noch viel Ausgaben der Grund Revue und der Nachfolger, deren Erscheinungsdatum wir noch recherchieren werden. | |

Grundig Fernseh Prospekt 1982/83

Die letzten Grundig eigenen Video 2000 Geräte werden angepriesen als High-End recorder vor den VHS Geräten, die Grundig und Philips jetzt zwangsläufig produzieren mußten und vor allem selbst produzieren wollten.
Auch kamen schon die ersten mobilen VHS Camcorder, wenn man die von Panasonic so nennen durfte. | |

Grundig Fernseh Prospekt 1983

Die Farbfernsehgeräte nahmen bei Grundig immer noch den Platz eins der Profit-Träger ein. Die Tonbadgeräte waren schon erheblich abgefallen und die CC Cassettenrecorder waren ein Hohn. Video 2000 war zum Sterben verurteilt und VHS war dem Preisdiktat von Fernost unterworfen. | |

1983 - Max Grundig verläßt den Tron

Die "Leute von Philips" übernehmen das Ruder und schon sehen die Revues anders aus.
Video 2000 stirbt so langsam, die Philips/Grundig Geräte funktionieren immer noch nicht richtig, Grundig muß wohl oder übel VHS anbieten. | |

Grundig Revue 1985

Die Video 2000 Modelle Video 2x4/2200 Stereo, Video 2x4/2000, Video 2x8/2280 und 2080 führen das Recorder Programm an. Dann kommt das ungeliebte VHS.
Hier erscheint zum ersten und auch zum letzten Mal der portable Panasonic VHS Recorder NV180 mit Tuner und Grundig Label als Grundig Recorder VS120. Die Konzernlenker von Philips versuchten mit allen Mitteln, das Ruder rum zu reißen.
Im Edel-Hifi Bereich gab es die gealtigen aktiven Monolith 190 Boxen, die absolut in der obersten High-End Klasse mithalten konnten. Es waren aber "nur" Grundigs und das Image reichte damals nicht. Fine Arts war noch nicht geboren. Der Umsatz konnte nicht begeistern und so wurden die auch wieder herausgenommen. Diese wankelmütigen Entscheidungen kratzten schwer an der Marke Grundig. | |

Grundig Revue 1986

OpenReel Bandgeräte waren out, CD Player waren in. Im Bereich Camcorder wurden die Segel bereits gestrichen. Auch mit den Panasonic OEM Produkten war gegen die Konkurrenz kein Stein zu gewinnen. Video 2000 war abgekündigt und nicht mehr im Prospekt. VHS war das Gebot der Stunde.
Im High-End Hifi Bereich machte der neue Monolith 120 überaus positiv von sich reden. Das war eine sehr gute Image fördernde Maßnahme, jedoch kein finanzieller Erfolg. Denn Grundig Hifi wurde verramscht und irgendwo gab es immer einen Grundig (Kleinst-) Krauter, der die dicken Dinger noch billiger verhökerte. Und bald standen sie nur noch rum, obwohl sie auch nach Meinung des Auors exzellent geklungen haben, gerade die 120er. Vielleicht waren 40 Watt im Bass nicht so ganz ausreichend, für deutsche Normalos auf jeden Fall. Und dazu wurde jetzt "Fine Arts" geboren, damit hörte das Verramschen fast auf. | |

Grundig Revue 1988

In vielen Jahren gab es sogar 2 oder 3 Grundig Revues, je nach Themen wie Video oder Hifi. | |

Grundig Revue 1989

Bis auf die Fine Arts Edel Hifi Serie wurde im fast gesamten Consumer Bereich technisch/mechanischer Ramsch angeboten. Die Consumer Hifi Geräte waren nur noch schlimm und überhaupt nicht mehr konkurrenzfähig, die Videorecorder unzuverlässig und die Kofferradios bis auf wenige Ausnahmen nur noch billig. Alleine bei den Fernsehern gab es noch attraktive Produkte. | |

Grundig super elite Prospekt 1989

Es gab noch viel Ausgaben der Grund Revue und der Nachfolger, deren Erscheinungsdatum wir noch recherchieren werden. | |

1969 - Exclusiv Programm

Diese Broschüre rechts war 1969 eine Exclusiv(e) Werbung der Einstiegsklasse für den kleinen Mann. Das war ein Querschnit durch das unterste Spektrum der Grundig Palette.
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 Es ist noch nicht zu Ende, wir haben wieder neue Bilder bekommen.
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