Nach dem Wirtschaftswunder kam die Krise 1982 und dann kam das lange lange Arbeitsplatz-Sterben.
Hatten wir das nicht schon mal? Nach einer schweren Krise kam ein Aufschwung und dann konnte, wenn man denn wollte, jeder sehen, wie es wieder abwärts ging. Daß es so schnell (und so total) in den Eimer ging wie auf dem Bild rechts, lag sicher auch an der Verblendung und Ignoranz der Menschen damals. "Es wird schon nicht so schlimm kommen." war einer der Sprüche ab 1942.
Inzwischen wird an vielen Stellen energisch darauf hingewiesen, daß die Zeichen der Zeit schon seit 1975 in dicken roten Buchstaben untrüglich am deutschen Himmel standen. Nicht so dramatisch wie während des II.Weltkrieges, aber zur Zeit in 2006 müssten alle wissen, so geht's wieder mal nicht weiter.
Die Zeichen der Zeit (oder "Scheiß Japaner") ??
Man hätte sie sehen können und müssen. Ein rausgerutschtes "Scheiß Japaner!", wie man es dem Max Grundig in den Mund gelegt hatte (es soll ihm auf der Cebit oder der Funkausstellung 82 wirklich aus dem Mund gerutscht sein) konnte die (hausgemachten) Probleme nicht lösen. Es zeigte nur, daß zumindest er, der große Max, diese Zeichen der Zeit 1982 zwar gesehen aber noch nicht geglaubt hatte. Doch er war nicht alleine. Schauen Sie mal ins Resume rein.
Inzwischen (wir haben 2006) sind sie alle weg, die Arbeitsplätze bei Grundig und Telefunken und AEG usw. und selbst die so erfolgreichen und erfolgsverwöhnten Japaner haben ab 1990 einen verdammt großen wirtschaftlichen Niedergang ohne Gleichen bekommen und erlebt. Das ganze Land Japan stand eine Zeitlang wirklich am Rand des Abgrundes, also des volkswirtschaftlichen Konkurses.
Was lernen wir daraus?
Wir haben hier auf diesen Seiten bereits 2 große "Erfolgs-" Stories ehemals bedeutender und auch großer (Magnetbandgeräte-) Firmen samt Abstieg beschrieben, die Max Grundig Story und die Willi Studer Story. Und es werden noch mehr werden, denn Uher, Braun, Saba, Dual und auch Wega waren in der Hifi- und Radio-Welt allesamt auch mal bedeutend und sehr bekannt hier in Europa.
Aber nicht nur dort kam der Abstieg bzw. das "totale Aus" gnadenlos wie das Amen in der Kirche. Alleine die Braun AG als eine der ganz wenigen Firmen hat den sogenannten "Turnaround", die 180 Grad Drehung erfolgreich gemeistert.
Sie wurden alle gebeutelt und dann beerdigt.
Es fing an mit der Pleite der ehemals großen AEG samt dem Anhängsel Telefunken. Dann kamen all die Anderen dran und am Ende kam auch Grundig dran, doch da war der alte Max schon verstorben, er hätte es bestimmt nicht überlebt.
- AEG/Telefunken (das AEG / BASF Buch kommt im Frühjahr 2007)
- Braun Hifi (aber hier nur die Hifi Sparte)
- Grundig
- Uher
- Saba
- Wega (jetzt Sony)
- Nordmende
- Dual
- Metz
- Körting
- BASF-Magnetics (Emtec)
- AGFA-Magnetics
die Liste wird noch ergänzt.
hier nochein paar Beispiele aus dem deutschsprachigen Umland
- Die renomierte Firma Eumig aus Wien mußte 1982 Konkurs anmelden
- Studer Revox wurde nach dem Konkurs zerstückelt verkauft
(Es gibt hier im Web auch noch den Bereich "Die Europäer".)
Zumeist sind aus den Insolvenzmassen immer nur die Namensrechte meistbietend "verhökert" wurden. Die Altlasten wie z.B. Pensionsforderungen hatten fast immer die (hier bei uns die deutschen) Steuerzahler übernommen.
Beispiele:
- AEG wurde in viele kleine Marken aufgeteilt.
- Braun Hifi wurde von Gilette vollends eingestellt
- Wega ist jetzt ein Sony "Brand"
- Uher gehört jetzt zu Assmann
- Grundig ist türkisch geworden
- Saba ist jetzt ein Thomson "Brand"
- Dual ist jetzt ein Karstadt "Brand"
- Nordmende ?
- Graetz ?
- Metz ?
- Schaub Lorenz ?
(Ein "Brand" ist lediglich eine Marke, deren Logo- Aufkleber man auf ein xbeliebiges Taiwan- oder Singapur- oder China- Produkt drauf klebt.)
Wer hat es überlebt ? - nur ganz Wenige.
Ein Beispiel ist der Schweizer mit seiner berühmten Nagra, der Vater Kudelski und jetzt der Junior, sind aber keine Deutschen. Sie machen inzwischen Software.
Loewe Opta firmiert jetzt nur noch unter Loewe und hat sich auf eine Nische im Edel Hifi- und Lifestyle- Bereich zurückgezogen. So kaufen sie Hifi Anlagen bei Linn in England ein und vertreiben dazu edle LCD Farbfernseher.
ReVox ist jetzt in Deutschland und wurde von der insolventen Schweizer Mutter Firma Studer abgespalten. Der Gründer Willi Studer war bereits 1990 aus dem Unternehmen ausgeschieden.



